Zum Gedenken

Vorarlberg / 17.05.2015 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Josef Kohler

Andelsbuch. Ende Februar d. J. starb der Bauer und Älpler Josef Kohler, Buchen, bekannt als „Scheadlars

Sepp“. Geboren im
Dezember

1937 und
mit sieben Geschwis-

tern in einer Familie mit großem landwirtschaftlichem Umtrieb aufgewachsen, war Sepp schon während der Schulzeit und gleich danach als Pfister und Knecht an verschiedenen Orten bei mehreren Dienstgebern vielseitig eingesetzt. Besonderen Einsatz erforderte damals zur Winterszeit die Holzschlägerung und der Transport mit Pferdeschlitten aus dem Balderschwangertal in den vorderen Bregenzerwald. Das hat zum Familieneinkommen einen wichtigen Beitrag geleistet.

Nach der Übernahme der elterlichen Landwirtschaft und der eigenen Hausstandsgründung mit Marianne Metzler 1970 hat sich die Familie um sieben Kinder vergrößert. Nach eigenen Aussagen waren es die Kinder, die Buben, die das Alpleben im Sommer besonders schätzten und unterstützten. So bewirtschaftete die Familie die obere Baumgarten in Andelsbuch durch sechs Sommer, war auch am Hochhäderich mehrere Sommer, und die längste Alpzeit, nämlich über sechzehn Sommer bot ihnen die Alpe Unterspitz im Schönebachertal.

Das erbrachte der Familie auch Ehrungen der Landwirtschaftskammer für diesen langjährigen Einsatz, und besonders die Erfolge von Sennerin Marianne bei der Käse-Olympiade in Galtür waren hochverdiente Anerkennung für ihr gemeinsames Schaffen im Einklang mit Natur und Tieren.

Der Wald, die Arbeit für Tiere und Betreuung von Landschaft und Boden und über allem die Sorge für seine Familie hat sein Leben ausgefüllt und reich gemacht. Die Erschließung abgelegener Vorsäße mit Zufahrt, Strom und Wasser war ihm stets von großer Bedeutung.

Darüber hinaus war Sepp sehr belesen, interessierte sich für Geschichte und alte Dokumente, wusste Bescheid über Verwandtschaftsverhältnisse im großen Umkreis und verfügte über ein bemerkenswertes Namensgedächtnis. Auch Geselligkeit, Unterhaltung und Volksmusik waren ihm wichtig, so war sein letztes öffentliches Auftreten beim gemütlichen Nachmittag des Seniorenbundes noch in diesem Februar.

Ein Hirnschlag im August 2014, anschließend Krankenhaus und Reha-Aufenthalte von großem Heimweh erschwert, hat ihm die Rückkehr nach Hause im November ermöglicht, und mit häuslicher Pflege und Unterstützung durch mobile soziale Dienste konnte er trotz großer Verständigungsprobleme die letzten Lebenswochen bei seiner Familie verbringen.