Alles steht wirklich Kopf

Kultur / 18.05.2015 • 20:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Pete Docter (r.) mit Disney Pixar CEO John Lasseter. Foto: EPA
Pete Docter (r.) mit Disney Pixar CEO John Lasseter. Foto: EPA

Der neue Pixar Animationsfilm hat die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin­gerissen.

Cannes. Regisseur Pete Docter, der für „Oben“ einen Oscar gewann, stellte das kunterbunte Spektakel „Alles steht Kopf“ aus dem Animationsstudio Pixar gestern beim Filmfestival vor. Es erzählt von der elfjährigen Riley und ihren Gefühlen, als sie mit ihrer Familie nach San Francisco umziehen muss.

Voller origineller Ideen und mit viel Einfühlungsvermögen schaut Docter in den Kopf des Mädchens, wo ein emotionales Chaos herrscht. Nach einer ersten Vorstellung gab es euphorische „Bravo“-Rufe.

In Rileys Gehirn „leben“ fünf verschiedene Gefühle, die das Mädchen bisher im Gleichgewicht gehalten haben. Doch als dann Glück und Trauer durch einen dummen Unfall aus der Zentrale geschleudert werden, bleiben Riley nur noch Wut, Angst und Ekel. Kein Wunder, dass sie in der Schule plötzlich in Tränen ausbricht und selbst auf ihren Lieblingssport keine Lust mehr hat. Umso wichtiger, dass Glück und Trauer sich so schnell wie möglich aus den anderen Hirnarealen herauskämpfen.

Wunderbar schräge Helden

Regisseur Docter kreiert erneut eine fantasievolle Welt mit wunderbar schrägen Helden. Es gelingt ihm, seine animierten Figuren so real und so herzlich darzustellen, dass Rileys Gefühlschaos die Zuschauer tatsächlich berührt.

 Ein Haneke-Schüler

Als Parallelreihe zum Wettbewerb verschreibt sich die „Semaine de la Critique“ dem Aufspüren junger Talente. Als solches präsentiert der Deutsche Patrick Vollrath heute, Dienstag, „Alles wird gut“ im Kurzfilmwettbewerb. Entstanden ist das ergreifende Vater-Tochter-Drama an der Filmakademie Wien, wo Vollrath bei Cannes-Stammgast Michael Haneke Regie studiert.

Das Filmfestival in Cannes dauert noch bis 24. Mai und endet mit der Vergabe der Goldenen Palme.