Die Suche nach Arbeitskräften

Leserbriefe / 18.05.2015 • 18:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den Medien wird immer wieder berichtet, Österreich und seine Wirtschaft brauchen dringend qualifizierte ausländische Arbeitskräfte. Zudem wird ständig behauptet, Österreich müsse seine Akademikerquote steigern und noch mehr junge Menschen sollten studieren, damit sie nach Studienabschluss einmal einen guten Arbeitsplatz finden. Die Realität sieht dann allerdings ganz anders aus. Voller Hoffnungen, mit dem Wunsch, einen Platz in der Wirtschaft zu finden, bewirbt sich ein gut ausgebildeter Jungakademiker um eine in Zeitung oder Internet ausgeschriebene Stelle und wartet auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Was dann passiert, ist schnell gesagt – nämlich gar nichts. Viele Betriebe scheinen so viele Bewerbungen zu bekommen, dass sie es nicht schaffen, dem jungen Arbeitsuchenden zu antworten, und sei es nur, um ihm mitzuteilen, dass die Stelle bereits besetzt wurde. Oder ist es vielleicht so, dass viele Betriebe an einer inländischen Arbeitskraft gar nicht interessiert sind? Tatsache ist, dass die quälende Ungewissheit nach wochenlanger Wartezeit durch eine kurze Nachricht beendet werden könnte, aber selbst dies scheint vielen Wirtschaftstreibenden oder deren Personalabteilung zu viel Mühe zu sein. Kein Wunder, dass immer mehr gebildete, junge Menschen enttäuscht sind und pessimistisch in die Zukunft blicken.

Hilde Schennach,
Holderweg 14,

Rankweil