Eine dicke soziale Ader

Wetter / 18.05.2015 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dijana Milojevic vertritt die Vorarlberger Schülerunion.   VN/Hartinger
Dijana Milojevic vertritt die Vorarlberger Schülerunion.   VN/Hartinger

Schülerunion-Vertreterin Dijana Milojevic fehlt der Glaube an die gemeinsame Schule.

Lustenau. (VN-hk) Der Tag der Präsentation von Teil zwei des Forschungsprojekts „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg“ rückt näher, und die Verfechter der gegensätzlichen Haltungen in der Bildungsfrage beginnen sich zu formieren.

Während die einen das Ergebnis „Modellregion Vorarlberg“, gleichzusetzen mit einer gemeinsamen Schule, bereits als klares Ergebnis des Projekts orten, stehen andere dieser Stoßrichtung skeptisch bis ablehnend gegenüber. So zum Beispiel auch die Schülerunion Vorarlberg, die sich im vergangenen Dezember als Gegner eines radikalen Systemwechsels outete. Dazu gehört auch ihre Sprecherin Dijana Milojevic, HAK-Schülerin in Lustenau. „Dabei“, macht der Teenager klar, „bin ich nicht einfach aus prinzipiellen Grünen gegen eine gemeinsame Schule. Mich überzeugt einfach dieses Konzept nicht. Hätte ich den Beleg dafür, dass damit alles besser wird, würde ich dazu nicht Nein sagen.“

Grisham-Fan

Dijana glaubt, dass die Beibehaltung des differenzierten Schulsystems richtig ist. „Vor allem glaube ich an eine größtmögliche Schulautonomie“, ergänzt die Tochter eines Serben und einer Kroatin. Sie selber ist in Vorarlberg zur Welt gekommen und hat nie etwas anderes als Heimat gekannt. Das Engagement für andere liegt ihr im Blut. „Auch wenn dieses Engagement zuerst von einer Freundin durch einen Anstupser freigelegt werden musste. Erst in der vierten Klasse habe ich angefangen, mich für andere einzusetzen.“

Dijana wurde Klassensprecherin und fand danach den Weg in die ÖVP-nahe Schülerunion. „Dort sehe ich meine Werte am besten vertreten.“ Zu ihren Werten gehören jedoch Dinge, die sie wohl auch in anderen politischen Gemeinschaften hätte verwirklichen können. „Ich bin sehr sozial eingestellt und möchte in diesem Bereich auch einmal meine berufliche Zukunft finden“, gibt die Literaturliebhaberin Persönliches preis. Ob sich daraus ihre Sucht nach Romanen des amerikanischen Bestsellerautors John Grisham ableitet, in dessen Büchern die Unterpriviligierten zumeist die Helden sind? Milojevic klärt auf: „Ich lese seine Bücher vor allem deswegen so gern, weil sie so spannend sind.“ Desgleichen mag die Schülervertreterin Charles Bukowski, Kultautor vieler Leser einer Generation vor Grisham.

Organisatorin

Ihre größte Leistung als Schülervertreterin sieht Milojevic in der Organisation der Jugendpodiumsdiskussion vor den Landtagswahlen im vergangenen Jahr. „Es hat mich stolz gemacht, eine Veranstaltung mitzuorganisieren, zu der über 1000 junge Leute kamen“, freut sich Dijana über dieses gelungene Projekt noch heute.

Das nächste Projekt wartet auf die Maturantin in zwei Tagen. Dann leitet sie eine Pressekonferenz der Schülerunion, in der es um die Zukunft der Bildung geht. Nur gut, dass Milojevic den schriftlichen Teil der Matura bereits positiv erledigt hat. Im Juni folgt für sie dann noch der mündliche Part in den Gegenständen Politische Bildung, Projektpräsentation und Englisch. Bald ist dieser Stress vorbei und für die junge Lustenauerin beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Zwischenstopp Casino

Dieser beginnt im Casino. „Ich fange dort zu arbeiten an. Nur ein Jahr, um mir ein bisschen Geld fürs Studium zu verdienen. Damit möchte ich im Herbst 2016 beginnen.“ Was sie studiert, liegt auf der Hand: „Entweder Sozialwissenschaften oder Soziale Arbeit.

Ich bin nicht prinzipiell gegen eine gemeinsame Schule.

Dijana Milojevic

Zur Person

Dijana Milojevic

Geboren: 21. August 1994

Wohnort: Lustenau

Beruf: Schülerin

Familie: liiert

Hobbys: Musik, Literatur

Lieblingsspeise: Käsknöpfle