Es ist nur ein Umweg zur A-Klasse

Sport / 18.05.2015 • 20:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Roger Bader zeichnet eine positive Zukunft für das österreichische Eishockey.

Schwarzach. (VN-ko) „Es ist nur ein Umweg zur A-Klasse.“ Roger Bader (50), Ausbildungs- und Entwicklungsleiter im Eishockeyverband, ist überzeugt, dass Österreichs Nationalteam sich über kurz oder lang unter den A-Nationen etablieren wird. „Der Abstieg bedeutet nur einen Umfaller auf dem Weg zur ständigen A-Nation“, schreibt der Schweizer in seiner Kolumne für das St. Galler Tagblatt. „Die Mannschaft spielte bei der WM viel stärker, als es ihr die meisten Experten zugetraut hatten. Österreich machte Druck auf den Gegner, spielte offensiv und mutig mit. Die Mannschaft wird künftig durch die Integration weiterer Talente noch jünger. Der Modernisierungsprozess wird konsequent weitergeführt.“

Bader merkte aber auch die Problemzonen an: „Die meisten Vereine spielen mit zehn bis zwölf
Ausländern,

fast alle in den Schlüsselpo-

sitionen Mittelstürmer,

Verteidiger und Torhüter. Das nordamerikanisch geprägte „Hire & Fire“-Denken vieler Coaches passt nicht zur europäischen Eishockeykultur. In Skandinavien und der Schweiz gehört es zum Pflichtenheft

der Coaches, einheimische Spieler zu entwickeln. Das Nationalteam

ist das Premium-Produkt

jeder Eishockeynation.“

Die Verpflichtung von Alpo Suhonen als Sportdirektor

war für Bader ein wichtiger Mosaikstein. Ebenso das Engagement von Dan Ratushny als Headcoach des Nationalteams. „Der charismatische, topprofessionelle Trainer von Red Bull Salzburg erinnert mich in vielem an den ehemaligen Schweiz-Coach Ralph Krueger.“

Die Trostpflaster

Trostpflaster nahm das ÖEHV-Team einige mit aus Prag, z. B. das stärkste Unterzahlspiel. Mit 95,83 Prozent lag die rot-weiß-rote Auswahl in dieser Statistik noch vor Weltmeister Kanada (95,24). Michael Raffl war mit 65 Prozent der gewonnen Bullys die Nummer fünf unter den Mittelstürmern. Die sieben Spiele von Österreich lockten 91.302 Fans an – damit war man die Nummer sechs im Turnier.