„Habe ein bisschen Angst“

Politik / 18.05.2015 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Außenminister Sebastian Kurz (r.) sagte Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic Unterstützung in Sachen EU-Beitritt zu.  FOTO: APA
Außenminister Sebastian Kurz (r.) sagte Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic Unterstützung in Sachen EU-Beitritt zu. FOTO: APA

Serbiens Premier ist besorgt über einen möglichen Balkankrieg und will rasch in die EU.

Belgrad, brüssel. (VN) Serbiens Premier Aleksandar Vucic zeigt sich ob der Situation im Nachbarland Mazedonien besorgt über einen möglichen Balkankrieg: „Zum ersten Mal habe ich ein bisschen Angst“, sagte Vucic am Montag. Er habe den EU-Außenministern seine Besorgnis mitgeteilt. Belgrad werde sein Bestes tun, um die politische Stabilität in der Region aufrechtzuerhalten.

Nach dem gewaltsamen Vorgehen der mazedonischen Polizei gegen angebliche albanische Terroristen mit vielen Toten im albanischen Norden des Landes, war in den vergangenen Tagen die Angst vor einem möglichen Bürgerkrieg in Mazedonien gestiegen. Die Opposition wirft Premier Nikola Gruevski vor, die Gewalt zu inszenieren, um von einem Korruptionsskandal abzulenken.

Vucic nahm am Montag am ersten Treffen der „Freunde Serbiens“ teil, zu dem Österreichs Außenminister Sebastian Kurz und sein italienischer Amtskollege Paolo Gentiloni geladen hatten, um Druck auf die Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien zu machen. Dies sei eineinhalb Jahre nach Beginn von Beitrittsgesprächen immer noch nicht geschehen, monierte Kurz. Es gebe jedoch einen allgemeinen Konsens darüber, dass dies nun passieren müsse.

Fehlende EU-Perspektive

Das Land spiele für die gesamte Region eine sehr positive, stabilisierende Rolle, erklärte Kurz: „Wir wollen Serbien in der EU.“ Kurz verwies dabei auf Mazedonien, wo die EU-Kommission seit 2005 Beitrittsgespräche empfiehlt, bisher aber nichts geschehen ist. „Da sehen wir, dass das Fehlen einer europäischen Perspektive nicht hilfreich für die Region und für den Westbalkan ist.“

Die Verhandlungen mit der früheren serbischen Provinz Kosovo betreffend, deren Unabhängigkeit Serbien nicht anerkennt, „gibt es einiges, was wir umsetzen müssen“, sagte Vucic. Er habe die EU-Minister jedenfalls gebeten, erste Kapitel im Beitrittsprozess „nicht erst Ende Jahr, sondern früher zu eröffnen“.