Das lange Warten hat nun ein Ende

Sport / 19.05.2015 • 22:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit einem 30:29-Erfolg in Hard holte sich Bregenz (im Bild Kapitän Matthias Günther mit Ball) am 29. Mai 2009 seinen achten und bislang vorletzten HLA-Titel. Foto: VN/Stiplovsek
Mit einem 30:29-Erfolg in Hard holte sich Bregenz (im Bild Kapitän Matthias Günther mit Ball) am 29. Mai 2009 seinen achten und bislang vorletzten HLA-Titel. Foto: VN/Stiplovsek

Sieben Jahre nach der Premiere kommt es ab Samstag wieder zu einem Titelduell der Ländle-Hochburgen.

Bregenz, Hard. (VN-jd) Obwohl Vorarlberg in den vergangenen 14 Saisonen in diesem Jahrhundert in der Handball-Liga Austria (HLA) 13 Mal den Meister stellte, kam es erst einmal in der Geschichte zu einem Vorarlberger Duell um die nationale Krone. Mit einem 39:38-Heimsieg nach Verlängerung und dem 30:29-Erfolg eine Woche später in Hard durfte sich am Ende Bregenz am 29. Mai 2009 über den achten und bislang vorletzten HLA-Titelgewinn in der Vereinsgeschichte freuen.

Matthias „Tissy“ Günther, der damals als Kapitän das spätere Meisterteam anführte, schwärmt selbst mit dem Abstand von knapp 2200 Tagen immer noch von den Erlebnissen: „Ich habe im Verlauf meiner aktiven Karriere viele schöne Momente gehabt. Doch die Eindrücke damals zählen definitiv zu den schönsten, die ich erlebt habe. Die Stimmung war einfach unbeschreiblich, die Halle war bereits ein Stunde vor Spielbeginn bis auf den letzten Rang gefüllt und die Spannung nicht zu überbieten“, betont das Bregenzer Urgestein. „Der Triumph damals in Hard war emotional fast ebenbürtig mit den Eindrücken, die ich mit dem ersten Titelgewinn 2001 verbinde.“

Ein Duell auf Augenhöhe

Der Senior der Günther-Garde, der in den Saisonen 2009 und 2010 gemeinsam mit seinen Brüdern Gregor und Philipp in einem Team die nationale Krone holte, betonte, dass man in einem Duell auf Augenhöhe mit Glück die Oberhand behielt: „Wir waren Titelverteidiger und hatten drei der vorangegangen Saisonduelle siegreich beendet und zudem ein Mal remis gespielt. Doch Hard war ein mehr als ebenbürtiger Gegner, hat uns bis zur letzten Sekunde voll gefordert. Besonders im Heimspiel hatten wir Glück, als wir mit zwei Treffern in der letzten Minute noch den Ausgleich geschafft haben und in der Verlängerung mit 39:38-Toren die Oberhand behielten. Im Rückspiel hatten wir dadurch alle Trümpfe in der Hand und haben uns dank der Routine und Erfahrung der vorangegangenen Finalduelle knapp aber doch mit 30:29 durchgesetzt.“

Eine einzigartige Euphorie

Thomas Huemer, der damals das Tor der Unterlegenen hütete, hat ähnliche Erinnerungen: „Schon während meiner Zeit in Linz habe ich mitbekommen, wie Vorarlberg von Saison zu Saison immer mehr zum Herzstück des österreichischen Handballsports wurde. Bei den Spielen im Ländle war immer eine außergewöhnliche Stimmung, und Bregenz und Hard haben gezeigt, dass man ein Handballspiel zu einem Event machen muss, damit die Zuschauer auch in Scharen kommen. Diese perfekten Rahmenbedingungen und die Euphorie für den Handballsport waren es auch, warum ich 2001 nach Hard gewechselt bin und den Schritt bis heute keine Sekunde bereue.“

Für die anstehende „Best of three“-Finalserie ab Samstag zeigen sich die langjährigen Wegbegleiter im Nationalteam natürlich patriotisch: Huemer, seit Herbst sportlicher Leiter in Hard, tippt auf einen Sieg seiner Mannschaft in drei Spielen. Günther, nächste Saison Kotrainer von Robert Hedin, ist vom zehnten Bregenzer Titelgewinn überzeugt.

Ein Finalduell zwischen Bregenz und Hard ist das, was man sich als Spieler die ganze Saison wünscht.

Matthias Günther

Handball

Handball-Liga Austria 2008/09

Finale (Best of three)

1. Spiel (22. Mai 2009)

A1 Bregenz – Alpla HC Hard 39:38 n. V. (36:35, 33:33, 19:20)

Handballarena Rieden, 2200, SR Hurich/Stepanek

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 3

Die Torfolge: 5. 2:5, 10. 4:7, 15. 6:10, 20. 13:13, 25. 15:16, 35. 22:22, 40. 24:25, 45. 25:27, 50. 28:28, 55. 31:31, 60. 33:33, 65. 36:35

A1 Bregenz: Marinovic, Christopher Winkler; Mayer (5), Hojc (11/1), Philipp Günther,
Schlinger (6), Varga, Matthias Günther (1), Rauch, Posch, Tyrner (2), Kuzo (8/6), Obad (6), Gregor Günther

Alpla HC Hard: Huemer, Suppanschitz; Grebien, Kathrein (1), Moszczynski (5), Schmid,
Klimciauskas (12/2), Michael Jochum (7/1), Valkovskis (5), Watzl, Rigas, Knauth (6),
Wleklak (2), Klement

2. Spiel (29. Mai 2009)

Alpla HC Hard – A1 Bregenz 29:30 (11:13)

Sporthalle am See, 2500, SR Resinger/Kaschütz

Zweiminutenstrafen: 8 bzw. 3; Rote Karte: 56. Knauth (Hard)

Die Torfolge: 5. 1:2, 14. 4:3, 18. 4:7, 20. 6:9, 26. 8:12, 28. 9:13, 34. 11:15, 39. 14:16,
40. 14:17, 42. 17:17, 45. 19:21, 48. 22:22, 52. 24:26, 56. 26:29 59. 27:30

Alpla HC Hard: Huemer, Suppanschitz; Grebien, Kathrein, Moszczynski (9), Schmid,
Klimciauskas (7), Michael Jochum (4/4), Valkovskis (1), Watzl, Rigas, Knauth (1),
Wleklak (6), Klement (1)

A1 Bregenz: Marinovic, Christopher Winkler; Mayer (5), Hojc (5/3), Philipp Günther,
Schlinger (5), Varga, Matthias Günther (5), Rauch (1), Posch, Tyrner (5), Kuzo (4/1), Obad, Gregor Günther