Haltung der ­Amtskirche zu Flüchtlingen

Leserbriefe / 19.05.2015 • 19:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bischof Elbs diskutierte mit Jugendlichen das Thema „Zivilcourage“ und meinte vor einigen Wochen wörtlich, „man müsse die Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellen“. Jetzt haben sich über 100 Menschen in Alberschwende schützend vor einen Syrienflüchtling gestellt, der in ungarische Massenlager abgeschoben werden soll. Diese Menschen leben Zivilcourage. Herr Bischof Elbs, warum sind Sie nicht in Alberschwende? Dort sind Menschen, die tun etwas, das Jesus sicher auch getan hätte. Es gibt in Vorarlberg einzelne Pfarren und auch Priester, wie der Pfarrer von Alberschwende, die sich vorbildlich für Flüchtlinge einsetzen, aber vom großen Teil des Klerus habe ich noch nichts gehört. Wer von ihnen hat schon Flüchtlinge besucht und sich auch für sie interessiert? Wer hat – was ganz wichtig ist – das Thema „Flüchtlinge“ in Predigten integriert und immer wieder an unser christliches Ideal erinnert? Warum werden leerstehende Gebäude im Eigentum der Kirche nicht saniert und den Ärmsten zur Verfügung gestellt? (Der Pfarrhof in Düns verfällt seit 20 Jahren!) Welche Priester haben Mut, sich zum ­„Kirchenasyl“ zu äußern? Papst Franziskus macht es vor, wie man authentisch das Christentum lebt und äußert sich klar zu den Problemen.

Herr Bischof Elbs, warum vertreten Sie nicht öffentlich die Flüchtlinge gegenüber einer unchristlichen Politik?

Herta Holzer,
Im Winkel 19,

Nenzing