Kein Mäher soll die Ruhe an Sonntagen stören

Vorarlberg / 19.05.2015 • 20:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viele Gartenbesitzer mähen ihren Rasen immer noch mit motorbetriebenen Rasenmähern. Das sollten sie nur zu bestimmten Zeiten tun.
Viele Gartenbesitzer mähen ihren Rasen immer noch mit motorbetriebenen Rasenmähern. Das sollten sie nur zu bestimmten Zeiten tun.

Belästigungen durch Rasenmähen. In größeren Kommunen kommt das gelegentlich vor.

Schwarzach. (VN-hk) Der während der Woche hart arbeitende Bürger ist am Feierabend, und vor allem am Sonntag, sehr ruhebedürftig. Viel mehr als noch vor Jahren, als der Arbeitsdruck noch geringer und das subjektive Lebensgefühl beschaulicher war. Das zumindest behaupten Experten.

Bauern dürfen

Zur Ruhestörung gehört auch die akustische Belästigung durch Rasenmähen zu Zeiten, in denen der Bürger sein Recht auf Ruhe einfordert, etwa über Mittag oder am Sonntag. Wer dann seinen Motorrasenmäher röhren lässt, ist verpönt, auch einzelne Landwirte, die zwar Mähen dürfen, wann sie wollen, die aber trotz Alternativen den Sonntag zum Mähtag erklären. „Mähen am Sonntag tun Landwirte sicher nicht zum Spaß“, sagt Landwirtschaftspräsident Josef Moosbrugger (48). Nachsatz: „Aber es gibt wirtschaftliche Notwendigkeiten. Vor allem Nebenerwerbsbauern können oft an keinem anderen Tag mähen.“

Wann Ruhe ist

Was das Mähen von privaten Gärten anbelangt, so verfügen einige größere Kommunen über Verordnungen. In der Landeshauptstadt Bregenz gilt jene aus dem Jahr 1991. Dort ist klar geregelt, wann gemäht werden darf, und vor allem wann nicht. Mähzeiten sind an Werktagen von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. „Im Wesentlichen wird diese Verordnung eingehalten. Es gibt eher selten Klagen. Und wenn, dann versuchen wir das Problem im Gespräch mit den Betroffenen zu lösen. Das klappt meistens“, berichtet der Kommandant der Stadtpolizei, Manfred Wüstner.

Appell an Hausverstand

Auch in der größten Vorarlberger Kommune, in Dornbirn, gibt es eine Verordnung zum Schutz vor Lärmstörungen. Dort ist den amtsmäßig formulierten Paragrafen ein „Appell“-Text vorangestellt. In diesem wird um Verständnis für die verordneten Maßnahmen geworben, aber auch festgehalten: „Eine Lärmschutzverordnung allein hilft nicht. Es lässt sich nicht alles mit Gesetzen und Verordnungen regeln. Manchmal genügt ein wenig Hausverstand und die Bereitschaft, auch an die anderen zu denken.“ Eine einschlägige Verordnung existiert auch in Bludenz. „Trotzdem beklagen sich gelegentlich Bürger über Lärmbelästigung wegen Mäharbeiten in Ruhezeiten. Dann rücken wir aus und versuchen, die Sache gütlich zu regeln. Wenn das nicht hilft, wird angezeigt“, erzählt Polizeikommandant Martin Dobler. Viel schlimmer sei jedoch die Lärmbelästigung wegen allzu lauter Festen im Sommer, fügt er an.

Ohne Verordnung

Ohne Verordnungen versuchen die Stadt Feldkirch und die Marktgemeinde Lustenau dem nicht massiv auftretenden Problem zu begegnen. „So lange wir das anders regeln können, sind wir froh“, beurteilt ein Beamter der Stadt Feldkirch die derzeitige Situation. „Es gibt gelegentlich Beanstandungen, in seltenen Fällen auch Anzeigen, aber nichts Dramatisches“, berichtet der Polizist. In Lustenau erklärt René Schreiber (44), Chef der Sicherheitswache, warum er unter normalen Umständen keine Verordnung braucht. „Es könnte bestimmte Personen dazu verleiten, sofort wegen der kleinsten Übertretung Mäher anzuzeigen.“

Bei Klagen versuchen wir, die Sache gütlich zu regeln.

Martin Dobler