Korridor für Dschihadisten

Politik / 19.05.2015 • 22:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein jemenitischer Huthi-Milizionär vor einer Graffiti-Wand in Sanaa, die an die vielen Opfer der saudischen Luftschläge erinnern soll.  FOTO: EPA
Ein jemenitischer Huthi-Milizionär vor einer Graffiti-Wand in Sanaa, die an die vielen Opfer der saudischen Luftschläge erinnern soll. FOTO: EPA

Kämpfe im Jemen werden fortgesetzt. UNO warnt vor Ausweitung.

sanaa. (VN) Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz hat im Kampf gegen die Aufständischen im Jemen die Hauptstadt Sanaa wieder ins Visier genommen. In der Nacht zum Dienstag sind dort Kämpfer des Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh und der verbündeten Huthi-Miliz bombardiert worden. Es sind die ersten Angriffe auf Sanaa, seit eine fünftägige Waffenruhe am Sonntag endete. Die Luftschläge erfolgten, nachdem die Rebellen Gebiete in Saudi-Arabien beschossen und sich Kämpfe mit saudi-arabischen Truppen im Grenzgebiet geliefert hatten.

Weitere Waffenruhe gefordert

Die Militärallianz hat bereits unmittelbar nach Ablauf der Waffenruhe die Angriffe wieder aufgenommen. Der Außenminister der ins Exil geflohenen jemenitischen Regierung begründete dies mit Verstößen der Huthis gegen die Feuerpause. Die UNO forderte eine Verlängerung der Waffenruhe, um weitere Hilfsgüter für die Zivilbevölkerung liefern zu können.

Die sunnitische Militärallianz greift seit dem 26. März die schiitischen Huthis im Jemen an. Ziel ist die Wiedereinsetzung des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi. Saudi-Arabien sieht im Vormarsch der Rebellen den Versuch des Iran, in der Region an Macht zu gewinnen. Der Iran dementiert.

Islamistische Bedrohung

Der Konflikt im Jemen könnte laut UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Route für Dschihadisten durch den Golf von Aden ermöglichen. In einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht an den UN-Sicherheitsrat wies Ban darauf hin, dass die gesamte Region von der islamistischen Miliz Al-Shabaab bedroht werde: „Die Krise hat das Potenzial, die Region weiter zu destabilisieren und einen Korridor für dschihadistische Bewegungen durch Somalia zu öffnen.“