Vorarlberger Handwerk über der Grenze gefragt

Markt / 19.05.2015 • 20:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Qualitätsarbeit von Vorarlberger KMU (im Bild: Ludescher Cablecrane-Systems) ist weltweit gefragt. Foto: Lerch
Qualitätsarbeit von Vorarlberger KMU (im Bild: Ludescher Cablecrane-Systems) ist weltweit gefragt. Foto: Lerch

Das Vorarlberger Handwerk ist österreichischer Meister im Export.

Schwarzach, Wien. (VN) Laut einer aktuellen Erhebung der KMU Forschung Austria haben die österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe 7,7 Prozent ihres Jahresumsatzes 2014 im Ausland erzielt. Bei einem Gesamtumsatz von 80,6 Mrd. Euro lag das Exportvolumen bei 6,2 Milliarden Euro (siehe auch Bericht D 1).

Das sind sehr beeindruckende Exportleistungen, urteilt Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria. Die Exporte werden allerdings von nur wenigen Unternehmen getragen. Lediglich 16 Prozent der österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe waren im Jahr 2014 auch im Ausland aktiv. Da zeigt sich ein enormes Potenzial, meint Bornett. Das Gewerbe und Handwerk zeichnet sich durch qualitativ hochwertigste Produkte und Dienstleistungen mit generell sehr guten Chancen auf internationalen Märkten aus. Diese Chancen werden aber sowohl regional als auch branchenspezifisch sehr unterschiedlich genutzt.

Im Bundesländerranking führt Vorarlberg, wo 42 Prozent der Betriebe Umsätze mit ausländischen Kunden realisierten. Demgegenüber waren z. B. in der Steiermark nur sieben Prozent der Betriebe exportorientiert. Die Exportquote der exportierenden Unternehmen betrug in Kärnten 37,4 Prozent, im Burgenland hingegen nur elf Prozent. Bezogen auf alle Gewerbe- und Handwerksbetriebe (auch nicht exportierende) lag die durchschnittliche Exportquote in Vorarlberg bei 16,3 Prozent, im Burgenland bei drei Prozent.

Eine noch größere Bandbreite zeigt sich nach Branchen. So erwirtschafteten beispielsweise 76 Prozent der Kunststoffverarbeiter 35,9 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Im Bekleidungsgewerbe exportierten hingegen lediglich 23 Prozent der Betriebe, bei den Tischlern waren es 18 Prozent und bei
den Bäckern nur sechs Prozent.

Der Anteil exportierender Unternehmen und die Exportquote differieren auch stark nach Unternehmensgrößen. Von den größeren Gewerbe- und Handwerksbetrieben (mit 20 und mehr Beschäftigten) waren 38 Prozent exportorientiert, von den Kleinstbetrieben (mit weniger als zehn Beschäftigten) hingegen nur 15 Prozent. In vielen Kleinst- und Kleinbetrieben mangelt es weniger an exportfähigen Produkten und Leistungen als eher am Selbstvertrauen beziehungsweise den notwendigen Ressourcen, vermutet Bornett.

KMU-Wettbewerb 2015

Der KMU-Wettbewerb „Vorarlbergs beste Klein- und Mittelbetriebe“ wird 2015 bereits zum siebten Mal von den Vorarlberger Nachrichten und der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) initiiert. Kooperationspartner sind die Vorarlberger Landes-Versicherung (VLV), die Hypo Vorarlberg sowie Auto Gerster. Mitmachen können Betriebe in Vorarlberg, die eine Betriebsgröße bis 100 Mitarbeiter aufweisen. Einreichungen sind in den Branchen Handel, Dienstleistung, Tourismus sowie Gewerbe/Handwerk möglich. Die Bewerber sind eingeladen, den Kupon auszufüllen und Unterlagen anzufordern. Die Betriebe haben auch die Möglichkeit, sich unter vnkmu.vol.at zu registrieren. Abgabetermin: 7. Juli 2015. Adresse: VN, Wirtschaftsredaktion, Theresia Kalb, Kennwort: KMU, Fax 05572 501-145