Zum Gedenken

Vorarlberg / 19.05.2015 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Anton Moosbrugger

Au. „Meor ehrod das Olt, meor grüoßod das Nü und bliebod üs sealb und dor Hoamat trü“ hat Gebhard Wölfle einst gedichtet, und es passt gut zum Leben von von Anton Moosbrugger, „Fränzlar“. Im Mai 1927 in Au-Lugen geboren, hat er als einziger Bub neben sechs Schwestern eine umsorgte Kindheit auf einem Bergbauernanwesen und von Anfang an die Schönheit und den Erlebnisreichtum im Umgang mit Natur und Tieren erlebt.

Neben der Schulzeit in der VS Rehmen hat ihn das Leben als Pfister auf der Alpe „Sattel“ auch im Sommer „gebildet“. Noch in den letzten Kriegsmonaten musste er 18-jährig einrücken und kam gesund im September 1945 zurück nach Au. Zuvor erfuhr er bei einem Bauern in Füssen die Freude am Umgang mit Pferden. Wieder zu Hause erfüllte er sich sehr bald seinen Wunsch von einem eigenen Pferd, mit dem er zur Winterszeit mit der Holzbringung gutes Geld verdiente. Bei dieser oft gefährlichen Arbeit zog er sich eine Beinverletzung zu, die lebenslang spürbar war.

1968 heiratete er Gisela geb. Rüf und sie bezogen das neu erbaute Haus in Lugen 106. Fünf Töchter, arbeitsreiche und doch wunderschöne Jahre im Ablauf der Jahreszeiten und im Wechsel von Heimgut, Vorsäß und Alpe waren ihnen beschert und besonders Weihnachten auf Berngaht war der familiäre Höhepunkt.

Bei aller Traditionsverbundenheit war Anton stets offen für Neuerungen. Die Erhaltung von Berggütern, die Erschließung und Ausstattung von Vorsäßen und Alpen und die Ausbildung der Jungen waren ihm wichtige Anliegen.

Ein schlimmes Erlebnis waren die Vermurungen und Bedrohungen der Hütten und Güter auf Berbigen als Folge der anhaltenden und heftigen Regenfälle im Jahr 2005. Die Narben in der Landschaft sind heute noch erkennbar, obwohl große öffentliche Hilfen bei der Sanierung geleistet wurde.

In den letzten Lebensjahren hat Tone viel von seiner Schaffenskraft verloren, der wache Verstand und das Interesse am Tagesgeschehen blieben ihm erhalten. Anfang März musste er ins Krankenhaus.

Die Rückkehr nach Au ins Haus St. Josef mit Blick zum „Korb-Schrofen“ und der nahende Frühling haben ihm wieder Mut gemacht, jedoch unerwartet verstarb er nach einem Herzstillstand. Damit hat ein liebevoller Vater und eine Persönlichkeit als Wälder Bauer seine endgültige Heimat gefunden.

Die Begräbnisfeierlichkeiten mit den Musikbeiträgen seiner Enkel, den Familien Fink, die große Trauergemeinde mit Kameradschaftsbund, Musikverein, alles das hat zutiefst seinem Wesen entsprochen und den Angehörigen ist es ein starkes Bedürfnis, allen dafür zu danken.