„Bergdörfer brauchen am dringendsten Hilfe“

Vorarlberg / 20.05.2015 • 18:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bewohner der entlegenen Bergdörfer im Himalaya sind von den Folgen des Bebens am stärksten betroffen.  
Die Bewohner der entlegenen Bergdörfer im Himalaya sind von den
Folgen des Bebens am stärksten betroffen.  

Helikopter-Hilfsaktion von Chay-Ya für Erdbebenopfer im Tsum-Valley angelaufen.

Heidi Rinke-Jarosch

SCHWARZACH, KATHMANDU. Sie sitzt auf Nadeln. Machte es Sinn, wäre sie längst in Kathmandu. „Aber jeder, der nicht konkret Hilfe leisten kann, wie Mediziner oder Bauhelfer, ist vor Ort nur im Weg“, sagt Sabine Klotz. Die 31-jährige Bizauerin ist Obfrau der Hilfsorganisation Chay-Ya Austria, die 2009 gegründet wurde, um den Bewohnern von abgelegenen Bergdörfern im nepalesischen Tsum Valley („Glückliches Tal“) zu Gesundheit und Bildung zu verhelfen und Patenkinder zu unterstützen. Zurzeit organisiert Klotz dringende Nothilfe per Helikopter für Erdbebenopfer im Tsum Valley.

Tod und Zerstörung

Durch das Beben der Stärke 7,8 am 25. April wurden in Nepal Hunderttausende Häuser zerstört und zahlreiche Ortschaften ausgelöscht. Mehr als 8600 Menschen starben. Ein schweres Nachbeben vor wenigen Tagen forderte weitere Verwüstungen und Todesopfer. Besonders stark betroffen sind die auf über 3000 Meter Höhe liegenden Ortschaften im Tsum Valley am Himalaya. Das Gebiet ist nur per Helikopter erreichbar, da Straßen und Wege durch Erdrutsche zerstört sind. Drei der neun Dörfer, die von Cha-Ya betreut werden, sind zu 90 Prozent zerstört.

„In den ersten Tagen war es unmöglich, einen Helikopter zu bekommen“, berichtet Sabine Klotz. Grund der Verzögerung war die Aktion der nepalesischen Regierung, mit den Armeehelikoptern zuerst Himalaya-Bergtouristen auszufliegen, statt schwerverletzte Nepalesen. „Aufgrund dieser sinnlosen Maßnahme sind viele Menschen gestorben“, kritisiert Klotz. So lieferte Chay-Ya vorerst dringend benötigte Hilfsgüter in zugängliche Gebiete. Unter anderem wurden in der Region um Kathmandu 33 Familien ohne Obdach mit dem Nötigsten versorgt. Und der nepalesische Chay-Ya-Mitarbeiter Kamal Thapa hat eine riesige Kette von Freiwilligen aufgestellt: „Er fand 80 Personen für die Verteilung von Hilfsgütern.“

Höchste Zeit

Auch jetzt sei es noch sehr schwierig Helikopter zu mieten, „weil es einfach zu wenig gibt, um allen Menschen in den abgelegenen Dörfern im Himalaya-Gebirge zur Hilfe zu kommen.“ Dank des  Arztes Ravi Timasina – er ist für Chay-Ya ehrenamtlich tätig – und der Unterstützung der Partnerorganisationen Yonsed und Phase konnte endlich ein Armeehelikopter gechartert werden. So liefert Chay-Ya nun seit 1. Mai Notfallgüter wie Decken, Medikamente, Zeltplanen und Nahrungsmittel in die Bergdörfer im Tsum Valley.

Das war höchste Zeit. Die Chay-Ya-Obfrau hatte erfahren, dass in den Bergdörfern viele Kinder durch die schweren Regenfälle völlig durchnässt und durchfroren waren und an Mangelernährung litten.

Medizinische Hilfe

Nun steht auch noch der Monsun vor der Tür, und mit den starken Regenfällen steigt die Seuchengefahr. „Wir müssen Hilfe nun längerfristig planen“, informiert Klotz. „In erster Linie wird medizinische Versorgung benötigt – und das so schnell wie möglich.“ Dafür braucht Chay-Ya Geld und bittet weiter um Spenden.

Die Helikopter fliegen indes so lange für Chay-Ya ins Tsum Valley, bis dort alle Familien mit dem Nötigsten zum Überleben versorgt sind.

Aufgrund dieser sinnlosen Maßnahme sind viele Menschen gestorben.

Sabine Klotz
Der von Chay-Ya Austria gecharterte Helikopter liefert seit 1. Mai dringend benötigte Notfallgüter ins Tsum Valley.  
Der von Chay-Ya Austria gecharterte Helikopter liefert seit 1. Mai dringend benötigte Notfallgüter ins Tsum Valley.  

Chay-Ya Austria

Chay Ya, deutsch: „Lasst es uns tun“, ist hauptsächlich im nepalesischen Himalaya in der nachhaltigen Armutsbekämpfung tätig.

Jeder gespendete Euro kommt bei den Bedürftigen an.

Spendenkonto Chay-Ya, „Erdbeben Tsum“ Raiffeisenbank am Bodensee, Blz: 37431, Konto-Nr. 322974, BIC: RVVGAT2B431, IBAN: AT503743100000322974