Erfolg für Gegner der japanischen Delfinjagd

Welt / 20.05.2015 • 22:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Tokio. Auf internationalen Druck hin werden Aquarien in Japan keine Delfine mehr aus dem Walfangort Taiji beziehen, wo die Tiere alljährlich Opfer einer brutalen Treibjagd werden. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung des nationalen Verbands der Zoos und Aquarien, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch meldete. Der Weltverband hatte Japan nach internationaler Kritik mit dem Ausschluss gedroht.

Bei der von September bis März stattfindenden Jagd treiben Fischer Delfine in einer Bucht zusammen, indem sie durch Hämmern auf ins Meer gehaltene Metallstangen den Orientierungssinn der Tiere lahmlegen. Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aussortiert – ein lukratives Geschäft für die Fischer. Die übrigen Delfine werden dagegen in einer Nachbarbucht abgeschlachtet.

Der kleine Ort war durch den Oscar-gekrönten Dokumentarfilm „Die Bucht“ über das Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangt. Die Jagd stößt auf weltweite Empörung. Der Weltverband WAZA hatte Japans Mitgliedschaft kürzlich suspendiert und mit dem Ausschluss aus der Organisation gedroht, sollte sich die Situation nicht verbessern. Mit einem Ausschluss hätte Japan Schwierigkeiten, unter anderem internationale Kooperationen zur Züchtung seltener Tiere einzugehen.