Gedanken
zum „Heuen“

Leserbriefe / 20.05.2015 • 19:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Jeden Frühsommer fallen viele Tiere den Mähmaschinen zum Opfer. Zum Beispiel geraten junge Rehe ins Mähwerk und werden lebendig zerstückelt. Das Rehkitz leidet Höllenqualen und schreit fürchterlich. Auch die Rehkuh leidet, oft sucht sie ihr verlorenes Kitz noch tagelang. Katzen­ und sonstige Wildtiere können ebenfalls verletzt oder getötet werden. Es gibt Untersuchungen, dass pro Hektar hohe Wiese durchschnittlich 24.000 Bienen vermäht werden. Deswegen sollte man bei der Heuernte darauf achten, dass außerhalb der Flugzeiten gemäht wird (abends oder frühmorgens). Wissenschaftler und Techniker haben sich dieses Problems angenommen, und daher stehen zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung, etwa Infrarotdetektoren auf Multikoptern oder direkt an der Mähmaschine. Auch traditionellere Maßnahmen, wie Menschen­ketten oder mit dem Hund durch die Wiese gehen (Hund an der Leine führen!) haben sich bewährt. Man sollte sich auch mit dem zuständigen Jäger absprechen, wenn am Waldrand gemäht wird, dieser kennt Setzzeiten und frequentierte Stellen. Findet man ein Rehkitz, sollte es niemals mit der Hand angefasst werden, erst die Hände in Gras und Erde reiben, um den Geruch anzunehmen. Dann das Reh mit etwas Gras als Schutz aufnehmen und beiseite oder in eine Holzkiste legen. Nach dem Mähen das Tier wieder sanft zurücklegen, damit die Rehkuh es wieder findet.

Katharina Löschnig,
Tierschutzverein Bludenz, Burgweg 22,

Thüringen