Jongliermasse für die Erben

Politik / 20.05.2015 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Steuerreform bringt neue Bemessungsgrundlage für Erben.

SCHWARZACH. (VN-fei) Der Teufel stecke im Detail, besagt ein Sprichwort, in Sachen Steuerreform erweist sich der Teufel laut Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) jedoch als Engel, zumindest bezüglich Grunderwerbsteuer und innerhalb des engsten Familienkreises.

Wie berichtet, hat sich die Regierung am Dienstag auf die letzten Details der Steuerreform geeinigt und den Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt. Eines dieser Details ist die Grunderwerbsteuer, die für Betriebsübergaben mit 0,5 Prozent gedeckelt wird.

Bei privaten Schenkungen und Erbschaften gilt fürderhin ein gestaffelter Steuersatz: 0,5 Prozent bis zu 250.000 Euro, dann zwei Prozent bis 400.000 Euro und ab dann 3,5 Prozent. Als Bemessungsgrundlage wird nicht mehr wie bisher der (günstige) dreifache Einheitswert herangezogen, sondern der im Immobilienspiegel der Wirtschaftskammer ausgewiesene Verkehrswert, jedoch „mit einem Abschlag von 30 Prozent“, wie Wallner, der im politischen Verhandlungsteam zur Steuerreform gesessen ist, den VN erklärt. Dieser neue Wert – Verkehrswert minus 30 Prozent – werde nun per Verordnung festgelegt und heiße künftig „Grundstückswert“.

Neue Regelung eingeführt

Ein weiteres Detail: Erbt der Ehepartner Haus und Boden, ist dieser von der Grunderwerbsteuer befreit. „Das ist jetzt völlig neu, und für diese Regelung habe ich auch stark gekämpft, weil es in Vorarlberg sehr oft vorkommt, dass das Haus zuerst einmal die Ehefrau erbt und erst danach die Kinder“, erklärt Wallner.

Apropos Kinder: Werde eine Erbschaft auf mehrere Nachkommen aufgeteilt, könne auch der neue Grundstückswert aufgeteilt werden, womit die Bemessungsbasis für die Grunderwerbsteuer für jedes Kind deutlich sinke, und damit gegebenenfalls nur der niedrigste der gestaffelten Steuersätze zum Tragen komme. Außerdem könne ein allfälliges Wohnrecht, das die Erben den Eltern einräumen, vom Grundstückswert und damit von der Bemessungsgrundlage in Abzug gebracht werden.

„Ich glaube“, betont Wallner, „dass wir den Familien damit einige Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand gegeben haben“, damit die Erhöhung der Bemessungsgrundlage und die Anhebung des letzten Steuersatzes auf 3,5 Prozent nicht ganz so schmerzlich ausfallen.

Das ist jetzt neu, und für diese Regelung habe ich gekämpft.

Markus Wallner