Lage in Großquartieren ein wenig normalisiert

Politik / 20.05.2015 • 22:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hussein erzählte in den VN vom 26. Februar über sein Schicksal.
Hussein erzählte in den VN vom 26. Februar über sein Schicksal.

Deutschkurse mittlerweile für fast alle zugänglich. 

Feldkirch. (VN-mip) Dezember 2014: Über Monate versprachen die Bundesländer, die ihnen zugeschriebene Asylquote zu erfüllen, am Ende des Jahres hieß es erneut: jetzt aber wirklich. Bis 31. Jänner sollte die Quote erfüllt sein. Eiligst wurden Unterkünfte gesucht, die Vorarlberger schufen größere Quartiere, wie das ehemalige Schulbrüderheim in Feldkirch. Das Problem: Durch den kurzfristigen Einzug konnte eine adäquate Betreuung nicht gewährleistet werden, speziell bei sogenannenten UMF – unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, wie Hussein (16).

Sein Schicksal steht exemplarisch für viele. Zwei Jahre war er unterwegs – getrennt von Familie und Freunden in Pakistan auf die Reise geschickt. Seine Flucht dauerte acht Monate, noch einmal so lange war er in Traiskirchen einquartiert, bis er Ende Jänner nach Feldkirch kam. In den VN richtete er einen Appell an die Regierung: „Bitte, lasst mich Deutsch lernen.“

Jetzt, drei Monate später, ist Hussein immer noch im weiterhin voll belegten Heim. Allerdings habe sich die Situation laut Flüchtlingsbetreuerin Judith Ecker normalisiert: „Es geht etwas weiter, wir haben mittlerweile viel mehr Deutschkurse.“ Martin Fellacher von der Caritas ist ebenfalls froh, dass „der Wirbel vom Anfang vorbei ist“. Es habe sich eingespielt.

Auch Hussein darf jetzt Deutsch lernen. Sein sogenanntes Interview, also das Gespräch mit den Behörden, hat er hinter sich. Nun heißt es warten. Bis zur Entscheidung, ob er bleiben darf oder nicht, kann noch einige Zeit vergehen.