Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Nicht nur eine Kulturhauptstadt

Kultur / 20.05.2015 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Im Jahr 2025 wissen wir mehr. Wert und Wirkung eines Kulturhauptstadt-Titels beginnen sich im Grunde genommen erst dann, also im Jahr nach allen Veranstaltungen, Aktivitäten und Feierlichkeiten, abzuzeichnen. Für Bregenz stellt sich somit auch die Frage, inwieweit sich das Risiko eines Reinfalls so klein wie möglich halten lässt.

Dass die Vorarbeiten zur Bewerbung für die Bevölkerung überhaupt keinen Nutzen haben, lässt sich mit der Arbeit des Teams, das damit beauftragt wird, ausschließen.

Sollte sich Bregenz definitiv bewerben und zudem, ev. im Verbund mit mehreren Orten im Land oder in der Region, 2019 den Zuschlag erhalten, hat man immer noch Zeit, das Konzept für das Jahr 2024 zu verfeinern. Blickt man auf die Kulturhauptstadt-Programme seit 1985, so gibt es zahlreiche Beispiele dafür, was man alles richtig oder falsch machen kann. Die Gefahr ist also gering.

 

Nachdem es nicht auszuschließen ist, dass man sich auch in anderen Bundesländern mit der Bewerbung beschäftigt (in Niederösterreich oder Kärnten ist zumindest ein vager Griff nach dem Titel bereits laut geworden) wäre es wohl nicht sinnvoll, wenn man in Vorarlberg Konkurrenz aufbaut. Vertreter aus Feldkirch haben sich bereits an nationalen Gesprächsgremien beteiligt, einen definitiven Vorstoß gab es bislang nicht. In Dornbirn ist man hingegen wesentlich weiter. Die Stadträte sind über das Vorhaben informiert. Bis Anfang nächsten Jahres will man Klarheit schaffen.

Dass Bregenz noch in der Phase der Beratung nun an die Öffentlichkeit gegangen ist, war ein kluger Schachzug. Nichtsdestotrotz ist in Dornbirn die Bewerbung ebenfalls ein Thema. Das sollte das Land Vorarlberg als Chance sehen. Es spricht nichts dagegen, dass sich die aus euro­päischer Sicht eher kleinen Städte zusammentun. An der Art, wie das gelingt, lässt sich dann schon absehen, ob man die notwendige  Kulturhauptstadt-Reife hat.

In Dornbirn ist die Bewerbung ebenfalls ein Thema. Das sollte das Land Vorarlberg als Chance sehen.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225