„Wie können wir den Tanz beenden?“

Sport / 20.05.2015 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Österreichs Eishockey-Teamchef Dan Ratushny mit zwiespältigem WM-Rückblick.

Wien. Für Daniel Ratushny gibt es keine Ausreden. Dass Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in Tschechien den Klassenerhalt neuerlich nicht geschafft hat, lässt für den ÖEHV-Teamchef nur eine Conclusio zu: „Wir müssen besser werden.“

Österreichs Team war mit einer Riesenenttäuschung nach Hause gefahren. Vor dem Fernseher mussten Raffl und Co. mitansehen, wie die Partie Frankreich gegen Lettland mit dem für beide Mannschaften rettenden Ergebnis (3:2 n.P.) endete und Österreichs Siege gegen die Schweiz und Deutschland letztlich wertlos machte.

Ratushny wollte den Abstieg aber keineswegs darauf zurückführen. „Wir hätten nicht darauf angewiesen sein dürfen. Wir müssen besser werden“, betonte der Kanadier gegenüber der Austria Presse Agentur und meinte damit etwa unnötige Punkteverluste gegen Lettland und Deutschland. Die Frage ist also: „Wie können wir das nützen, um besser zu werden? Wie können wir diesen Tanz zwischen A- und B-Gruppe beenden? Welche Strukturen müssen wir ändern, um das zu stoppen?“

Der Kanadier sieht dabei viele Bereiche, die eine Rolle spielen und diskutiert gehören, von Jugendförderung, der Legionärsfrage bei den Klubs über Trainerausbildung bis hin zum Thema Infrastruktur. Ein gesamtheitlicher Ansatz, der die Zusammenarbeit vieler Entscheidungsträger verlangt. „Das bedeutet Investitionen und Geld und Plan“, weiß Ratushny. Und natürlich auch Zeit, bis eine Dividende in Form von sportlichen Erfolgen abfallen kann.

Ob er selbst dabei eine Rolle in Form des Teamchefs

spielen will, hat er noch nicht entschieden.

Sein Vertrag ist mit WM-Ende ausgelaufen, ob er trotzdem weitermachen will, wird er in den nächsten Wochen überlegen.

Spieler haben alles gegeben

Trotz des Abstiegs hat Ratushny auch viel Positives gesehen. „Wir haben versucht, uns in jedem Training und in jedem Spiel zu verbessern. Wenn man das Turnier als Prozess sieht, dann haben wir in diesem Bereich ein erfolgreiches Turnier gespielt. Wir haben uns laufend verbessert, Deutschland war unser bestes Spiel. Aber das ultimative Urteil ist das Ergebnis. Es sind also gemischte Gefühle: Ich bin glücklich über den Prozess, über das Team und wie wir gespielt haben, aber sehr enttäuscht, weil wir unser Ziel, in der A-WM zu bleiben, nicht geschafft haben“, sagte der 44-Jährige. „Die Spieler haben aber für das Nationalteam und für Österreich alles gegeben.“