Zum Gedenken

Vorarlberg / 20.05.2015 • 18:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Albert Sohm

Andelsbuch. Nach jahrelangem Leiden, das er tapfer und ohne zu klagen getragen hat, wurde Albert Sohm heimgeholt in das neue Leben.

Albert ist am 5. Oktober 1930 als zweites von sechs Kindern der Familie Sohm im Weiler Tuppen geboren. Der Weg vom einsamen Weiler zur Schule im Zentrum war sicher manchmal abenteuerlich. Nach der Schulentlassung begann Albert die Maurerlehre bei Kohler-Bau und arbeitete dann bei verschiedenen Baufirmen. Seine Gattin, die Baustellenköchin Anna Loitz, lernte er bei seiner Arbeit in Sippersegg kennen. Die beiden waren sich schnell einig, dass der weitere Weg ein gemeinsamer sein sollte, und sie heirateten 1955 in Rankweil. Nach einem Jahr, in dem sie in Alberschwende gewohnt hatten, zogen sie in Alberts Elternhaus im Tuppen, wo bald ihre einzige Tochter Annelies zur Welt kam. In der Nähe bauten sich Albert und Anna mit viel Eigenleistung ein neues Haus. 18 Jahre lang war Albert bei der Egger Firma Bertolini beschäftigt. Mit 45 Jahren zwang ihn ein schweres Augenleiden in die Frühpension, die letzten 20 Jahre vor seinem Tod war er völlig blind. Anna war ihm eine wunderbare Begleiterin, die auf ihn und für ihn schaute. Jahrelang begleitete sie ihn trotz seiner Blindheit am Sonntag zur Kirche, was ihm sehr wichtig war. 1997 musste er den Tod seines einzigen Enkels Michael verkraften und dann, zwei Jahre nach dem Fest der goldenen Hochzeit, hieß es, seine Anna loszulassen. Tochter Annelies pflegte ihren Vater vier Jahre lang daheim. Dann zog er ins Altersheim in Langenegg und wurde bei der Neueröffnung des Sozialzentrums in Egg gerne hier aufgenommen. Die Gottesdienste zu seinem Abschied wurden von Rosalinde und Hans sowie Bernadette und Klaus mit ihren Liedern und von den Verwandten mitgestaltet. Pfarrer Friedl Kaufmann führte in der Predigt die Texte der Lesung und des Evangeliums aus: Wir spüren die Zerbrechlichkeit des Lebens und können nichts festhalten; und doch dürfen wir darauf vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geschrieben ist – im Leben und im Tod. So darf Albert nun, in Gottes Hand geborgen, das neue Leben beginnen.