Abschaffung
von Bargeld

Leserbriefe / 21.05.2015 • 20:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer Münzen und Geldscheine abschafft, schafft auch ein Stück Freiheit ab. Nur noch Omas und Bankräuber bräuchten Münzen und Geldscheine, so die obskure Begründung völlig abgehobener „Topökonomen“ ohne jegliches Gespür für das Alltagsleben. Stimmt schon, theoretisch kann heute schon jeder Kleinstbetrag unbar bezahlt werden. Die Technik dafür ist längst da. Nur wir brauchen keinen gläsernen Menschen, wir brauchen gläserne Regierungen. Trotzdem zahlt die große Mehrheit der Österreicher am liebsten bar. Aus guten Gründen. Bargeld steht als Zahlungsmittel jedem Menschen zur Verfügung, ohne Vertrag, ohne Bindungsfrist, ohne Datenspur. Wer das Bargeld abschafft, schafft ein Stück Freiheit ab. Die Freiheit, anonym bezahlen zu können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Die Freiheit, im Falle von Strafzinsen mein Geld vom Konto abheben zu können. Die Freiheit, Kontrolle über die Geldbörse zu haben.

Karl Kalmbach,

Moos 681, Andelsbuch