Ärztemangel – eine Folge der falschen Politik

Leserbriefe / 21.05.2015 • 20:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 19. Mai 2015.
VN-Bericht vom 19. Mai 2015.

Wieso braucht es eine Aufnahmeprüfung und Limits für das Medizinstudium? Gerade die geeignetsten Typen für eine Allgemeinpraxis fallen dabei durch den Rost. Sollte man nicht eher eine Berufsfähigkeitsprüfung für Politiker einführen? Eine Praxiseröffnung ist ein Hindernislauf bzw. ein Glücksfall, wenn man zum richtigen Zeitpunkt eine freie Kassenarztstelle erwischt. Der Übergabemodus einer Praxis für Allgemeinmedizin mit Kassenverträgen gehört schon längst geändert. Dem Unternehmer bzw. Dienstleister – Praktischer Arzt – ist es nicht möglich, seinen Betrieb weiterzugeben, er kann keinen Nachfolger suchen, sich mit diesem arrangieren, ihn unterstützen, ihm seine langjährigen Patienten übergeben. Es gibt also keinen sanften Übergang und Beginn im Praxisberuf, sondern die Vernichtung von Einrichtungen und Instrumentarien bzw. deren teure Neuanschaffungen und Ausstattungen der Ordinationen. So wäre noch eine faire Ablöse zu erzielen und die Neuanschaffungen leichter zu finanzieren. Es müsste möglich sein, einen jungen interessierten Kollegen anzustellen, der durch den Wegfall der Limits und Deckelungen vom Praxisinhaber finanziert sowie durch das Lehrpraxismodell gefördert wird. Haben Sie schon einen Apotheker erlebt, der als zweites notwendiges Standbein eine Praxis führen muss? Wenn ein Arzt ohne Apotheke im Land nicht leben kann, so stimmt doch etwas nicht. Ein Handwerker kann es, oder etwa nicht?

Dr. Peter Giacomuzzi,

Stadtrat i.R.,

Spitalgasse 49,

Bludenz