Malaysia ordnet Suche nach Flüchtlingen an

Politik / 21.05.2015 • 23:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Indonesien fordert Finanzhilfe der Staatengemeinschaft.

kuala lumpur. (VN) Malaysia hat als erstes südostasiatisches Land aktiv mit der Suche nach Tausenden vor den Küsten treibenden Bootsflüchtlingen begonnen. Ministerpräsident Najib Razak teilte am Donnerstag mit, er habe Marine und Küstenwache befohlen, Such- und Hilfsmaßnahmen für die Menschen zu starten. Myanmar, aus dem viele der Flüchtlinge stammen, sagte seine Teilnahme an dem für 29. Mai in Thailand geplanten Krisengipfel zu. Beobachter werteten dies als weiteres positives Zeichen für die Suche nach einer Lösung.

Noch vor wenigen Tagen hatte die Regierung von Myanmar mitgeteilt, sie lasse sich keine Mitschuld an der Krise um die Flüchtlinge vorwerfen und werde schon gar nicht an einem Treffen teilnehmen, falls das Wort „Rohingya“ falle. Bei den meisten Bootsflüchtlingen handelt es sich um Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, die nach UN-Angaben in Myanmar diskriminiert und verfolgt werden. Dies hat laut den Vereinten Nationen eine Massenflucht ausgelöst. Hinzu kommt die extreme Armut der Menschen in Bang­ladesch, der zweiten großen Gruppe der Flüchtlinge.

Auch Indonesien hilft

Mit Malaysia hat sich auch Indonesien entgegen seinem bisherigen Kurs darauf verständigt, den vor ihren Küsten treibenden rund 7000 Bootsflüchtlingen zu helfen. Zumindest zeitweise sollten sie an Land gelassen werden und humanitäre Hilfe sowie vorübergehenden Schutz bekommen. Voraussetzung sei aber, dass die internationale Gemeinschaft binnen eines Jahres einen „Umsiedlungs- und Rückführungsprozess“ organisiere. Nötig sei zudem Finanzhilfe der internationalen Gemeinschaft.