Milo Rau organisiert ein „Kongo Tribunal“

Kultur / 21.05.2015 • 20:30 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Zürich, Kinshasa. Der Schweizer Regisseur Milo Rau setzt sich zum Ziel, dunkle Flecken der jüngeren Weltgeschichte auszuleuchten. Sein neuestes Theater- und Filmprojekt heißt „Das Kongo Tribunal“. Die Hearings finden in Bukavu (Ostkongo) und Berlin statt. In der Jury sitzt auch Jean Ziegler.

„Wer ein bisschen moralischen Restanstand hat, muss aktiv werden“, sagte Milo Rau, der vor einiger Zeit ein solches Projekt im Kunsthaus Bregenz umgesetzt hatte. Eine globalisierte Welt verlange nach global agierender Kunst. Seit 2007 leitet er deshalb das International Institute of Political Murder (IIPM).

Im Ostkongo würden seit Jahren „fürchterliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ geschehen, betonte Jean Ziegler. „Zwangsarbeit, Kinderarbeit in den ausgebeuteten Gebieten, Plünderungen der Bodenschätze ohne jegliche Abgabe an den Staat.“ Das Tribunal sei deshalb von höchster Wichtigkeit.