Prozess um Raubüberfälle wird zu anstrengendem Marathon

Vorarlberg / 21.05.2015 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 27. März 2015.
VN-Bericht vom 27. März 2015.

Häftling, der 2013 am Pfänder flüchtete, muss wieder vor Gericht. Wichtiger Zeuge aus der Schweiz fehlt.

Feldkirch. (ec) Noch immer konnte der Prozess gegen den heute 26-jährigen angeklagten Lochauer Räuber, der im Juni 2013 über den Pfänderhang flüchtete, nicht beendet werden. Es fehlt vor allem noch die Aussage des mutmaßlichen Komplizen, der an den zwei bewaffneten Raubüberfällen im Kanton St. Gallen beteiligt gewesen sein soll. Der Mann sitzt in der Schweiz in einer Justizanstalt und bestreitet, überhaupt jemals bei einem Raub mitgemacht zu haben. Weder bei dem im Oktober 2013 auf die Spar-Filiale in Wildhaus noch auf die Postfiliale in Haag. Der 26-jährige Lochauer und der mutmaßliche Komplize lernten sich während eines Haftaufenthalts in der Justizanstalt Feldkirch kennen.

Schwierige Aufgabe

Die zwei Schweizer Angestellten des Postamts weigerten sich, nach Österreich zu kommen. So reisten Staatsanwältin und Verteidiger Thomas Raneburger in die Schweiz. Gekommen sind gestern jedoch die zwei ehemaligen Kassiererinnen der Spar-Filiale.

Während die 55-jährige Angestellte den Schock relativ gut wegsteckte, hatte ihre 31-jährige Kollegin weit größere Schwierigkeiten, den bewaffneten Raubüberfall zu verkraften. Kein Wunder, hielt einer der Täter ihr eine Waffe an den Kopf, während die Opfer knapp 12.000 Schweizer Franken herausgeben mussten. Vor Gericht zeigte sich, wie schwierig es ist, eine zuverlässige Aussage zu machen. Zum einen war der Überfall bereits im Oktober 2013, zum anderen waren die Täter mit Sturmhauben maskiert.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die beiden Täter am Vortag bereits die Situation in dem Spar-Geschäft auskundschafteten. Der jüngeren Angestellten kommt der Lochauer bekannt vor. Ob die zwei Kunden am Vortag die Räuber vom nächsten Tag waren, kann die Zeugin jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Beim Überfall waren bei den Masken nur die Augen sichtbar. Ihre Kollegin kann zumindest zur Stimme des Lochauers etwas sagen. „Er hat deutsch gesprochen“ und nach einer „Sprechprobe“, bei welcher der Angeklagte so wie damals „Kein Alarm, kein Telefon, los rein da!“ sagt, kommt ihr die Stimme bekannt vor. Allerdings ist der Beschuldigte auffallend bemüht, mit wenig Nachdruck nach zu sprechen.

Zu guter Letzt wurde noch ein Zeuge zum Überfall in Opfenbach (Bayern) einvernommen, doch auch er kann nicht allzu viel zum angeblichen Tatbeitrag des Angeklagten aussagen. Bis es ein Urteil gibt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Fortgesetzt wird der Prozess jedenfalls am 9. Juli.