Soziale Verwundbarkeit von Familien nimmt zu

Vorarlberg / 21.05.2015 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlberger Kinderdorf fordert mehr Hilfen und Netzwerke.

bregenz. Kinder aus belasteten Familien haben kaum gerechte Chancen. Verschärft wird diese Ungleichheit durch die Tatsache, dass soziale Verwundbarkeit und Erschöpfung von Familien in instabilen Lebenslagen zunehmen. Anlässlich seiner Bilanz 2014 fordert das Vorarlberger Kinderdorf deshalb einmal mehr, dass Kinderrechte nicht nur auf dem Papier bestehen dürfen, und unterstreicht die Bedeutung möglichst früher Hilfen für benachteiligte Kinder und der Aktivierung neuer Kooperationen und Netzwerke zur Unterstützung belasteter Familien.

Kinder kommen zu kurz

Mehr als 2000 Kinder wurden im vergangenen Jahr in sieben Fachbereichen betreut. In Abstimmung mit Land und Gemeinden wurden das stationäre Angebot ausgebaut sowie Maßnahmen im präventiven und ambulanten Bereich weiter forciert. 582 Kinder in knapp 270 Familien wurden von den fünf Regionalteams des Ambulanten Familiendienstes (AFD) begleitet. „Die Erschöpfung und soziale Verwundbarkeit der Familien, die wir im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe kennenlernen, nehmen zu“, konstatiert AFD-Leiterin Alice Hagen-Canaval. „Die Belastungen des Alltags und der Existenzsicherung rauben den Eltern sämtliche Energie. Die Kinder kommen zu kurz.“

Über 50 Prozent der begleiteten Eltern sind alleinerziehend. „Kinder sind stets die ersten Leidtragenden erschwerter Lebensumstände“, sagt Hagen-Canaval. „Auch deshalb müssen wir Kinderrechten Taten folgen lassen“, fordert Geschäftsführer Christoph Hackspiel. Es müsse alles getan werden, um allen Kindern ihr Recht auf Förderung, Bildung und eine gesunde Umgebung zu ermöglichen.