Warum Barbie ihren Kopf verlieren würde

Vorarlberg / 21.05.2015 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fachfrauen bieten fünf kreative Workshops und regen zur Selbstreflexion an.  Fotos: VN/Paulitsch
Fachfrauen bieten fünf kreative Workshops und regen zur Selbstreflexion an. Fotos: VN/Paulitsch

Der Verein Amazone vermittelt bei den „Mädchen Impulstagen“ alles rund um das Bild der Frau in den Medien.

Bregenz. (VN-db) Als sich die Tür zum Vereinshaus Amazone am vergangenen Mittwoch pünktlich um 14 Uhr öffnet, treten über 150 Paar Mädchenschuhe über die Schwelle. Organisatorin Ariane Grabherr und Frauenreferentin Monika Lindermayer greifen zum Megafon und heißen die jungen Damen willkommen. „In diesem Jahr laufen die Mädchen Impulstage unter dem Motto Medien und Sicherheit im Netz“, informieren sie. Dann wird lautstark der Countdown zur dreitägigen Veranstaltung eingeläutet. Drei, zwei, eins und los.

Bewusster Umgang mit Medien

In fünf kreativen Kurzlehrgängen wird Mädchen von zehn bis 18 Jahren von Fachfrauen ein bewusster und reflektierter Umgang mit den Medien vermittelt. „Für Jugendliche ist der Umgang mit Neuen Medien selbstverständlich. Egal ob zur Information, Unterhaltung oder Kontaktpflege. Wir wollen sie zur Selbstreflexion anregen“, erklärt Karin Fitz, Projektleiterin und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, der inzwischen seit 17 Jahren besteht.
Generell gehe es darum, das Bild der Frau in der Öffentlichkeit geradezurücken. Im Workshop „Kabinett der Wahrheiten“ wird diese Wahrnehmung in den Fokus gerückt. Beim Memory-Spiel gilt es etwa, das passende Original zum digital bearbeiteten Modelbild zu finden. Auch veranschaulicht Brigitte Stadelmann, warum Barbie mit ihren Körpermaßen nicht lebensfähig wäre. „Allein ihr Kopf ist so groß im Vergleich zum zierlichen Körper, dass sie einfach umfallen würde. Ihre Taille ist so schmal, sie hätte lediglich Platz für eine halbe Leber“, erklärt die Leiterin des Mädchenzentrums zum Erstaunen aller.

Bei Sexting droht Haft

Unter dem Motto „Mutprobe oder Liebesbeweis“ läuft der Workshop „Sexting“ und greift ein ernstes Thema auf. Sexualtherapeutinnen erklären alles über Bildrechte, Gefahren und rechtliche Folgen bei der Verbreitung von Nacktbildern und erotischen Fotos oder Videos. „Mal abgesehen von der Rufschädigung, drohen bis zu fünf Jahre Haft“, klärt Michaela Moosmann auf.

Einschließlich des heutigen Freitags sorgen die Mädchentage für Impulse.

Theresa (r.) und Madeleine machen den Media-Check und überprüfen die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook- und WhatsApp-Profilen.
Theresa (r.) und Madeleine machen den Media-Check und überprüfen die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook- und WhatsApp-Profilen.

Mädchen Impulstage, Heute
22. Mai 2015, 14 bis 17 Uhr, Verein Amazone, Kirchstraße 39, Bregenz