Bei der Show, aber nicht zur Show verkommen

Kultur / 22.05.2015 • 22:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bestritt das Festival-Finale: Trajal Harrell. Foto: Kunstverein
Bestritt das Festival-Finale: Trajal Harrell. Foto: Kunstverein

Der „Bregenzer Frühling“ endete gestern Abend überwiegend heiter. Oder doch nicht?

Bregenz. (VN) Nach der so ergreifenden wie einzigartigen Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Israel Galván in „Lo Real“ traf, war es gewiss schwierig, eine Kompanie zu finden, mit der das Festival „Bregenzer Frühling“ ein entsprechendes Finale erfährt, das weder gänzlich aus dem Rahmen fällt noch im Vergleich dazu schwach wirkt.

Kurator Wolfgang Fetz hatte offenbar das richtige Gespür, als er sich für den eine Woche nach dem Auftritt von Galván stattfindenden Abend für den New Yorker Tänzer und Choreografen Trajal Harrell entschied. In „Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church“ stellt er einerseits eine Verbindung zwischen historischen Tanzstilen her und zitiert andererseits den Begriff des Erhabenen mit den Strategien der Rebellion.

Einfach gesagt: Dass es möglich ist, Subversives zu visualisieren, ist der besondere Aspekt dieser Show, die nie zur Show verkommt, aber auf das Spekulative hinzielt, das uns auf der Bühne ebenso begegnet wie im Film oder in der bildenden Kunst, und es bricht.

Das Bregenzer Publikum hat sich am gestrigen Abend, der ein vergleichsweise langer war, als Community geoutet, die in der Lage ist, Begeisterung spontan zu zeigen.

Der „Bregenzer Frühling“ endete überwiegend heiter. Oder doch nicht? Jedenfalls versteckt sich nichts Harmloses hinter diesem Begriff.