Bunte Bänke und sehr mutige Freischwimmer

Kultur / 22.05.2015 • 18:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Ein sanftes Ruhekissen“ von Rühmut Fenkart, entstanden bei den „Segmenten“. Foto: Häfele
„Ein sanftes Ruhekissen“ von Rühmut Fenkart, entstanden bei den „Segmenten“. Foto: Häfele

Der „Emser Almanach“ ist mehr als ein Dokument, der Kulturkreis feiert schließlich auch das 40-Jahr-Jubiläum.

Sachbuch. (VN-cd) Von einer Initiative ist Norbert Häfele, Pädagoge und engagierter Kunstvermittler, besonders angetan: Zu Beginn der 1980er-Jahre, als die Nutzung des öffentlichen Raumes erst langsam zu jenem großen Thema wurde, das es inzwischen zu Recht ist, gründete man in Hohenems die Sommerakademie „Segmente“. Selbst schon länger nicht mehr in Betrieb, bleibt sie in der Stadt dennoch sichtbar. Einige der Arbeiten, die Bildhauer und Konzeptkünstler vor Ort erstellten, sind nämlich noch da. Das sind zwar nicht die bunten Bänke, die sich in der Fotogalerie so gut ausmachen, und auch wer Philipp Hämmerle einst beim Durchschwimmen einer Skulptur, die aus einem Wasserschlauch bestand, zusah, wird sich daran erinnern, dass der Künstler nicht nur eine gute Idee hatte, sondern auch viel Mut besaß.

Aber ums Kräftemessen ging es ja nicht, sondern um die Auseinandersetzung mit einem völlig neuen Skulpturenbegriff und mit der Tradition. Letztendlich versammelte man sich ja auch zu schweißtreibender Arbeit im Steinbruch. Das und noch viel mehr ist im neuen „Emser Almanach“ aufgezählt, der bewusst macht, wie viel Vermittlungsarbeit ein vergleichsweise kleiner, aber sehr aktiver Verein leistet. Dass die Geschichte des einstigen Jüdischen Viertels nicht ausgeklammert bleibt, versteht sich von selbst. Auch der Gedenksteinerrichtung für jene Menschen, die von Hohenems in die NS-Vernichtungslager kamen, ist ein Beitrag gewidmet.

   
   

„Emser Almanach 31“, herausgegeben vom Kulturkreis Hohenems, Verlag Bucher, 190 Seiten