Der erste Akt im Duell der Giganten

Sport / 22.05.2015 • 21:39 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs Handballfans dürfen sich auf zumindest zwei packende Duelle in der Best-of-three-Finalserie zwischen Titelverteidiger Alpla HC Hard und Rekordmeister Bregenz freuen. Foto: gepa
Vorarlbergs Handballfans dürfen sich auf zumindest zwei packende Duelle in der Best-of-three-Finalserie zwischen Titelverteidiger Alpla HC Hard und Rekordmeister Bregenz freuen. Foto: gepa

Titelverteidiger Hard startet heute mit Heimvorteil in die HLA-Finalserie gegen Bregenz.

Hard. Holen sich die Bregenzer Handballer zum zehnten Mal in diesem Jahrhundert die nationale Krone im Männerhandball, oder darf Titelverteidiger Alpla HC Hard über die vierte HLA-Krone in Serie und fünfte in der Vereinsgeschichte jubeln? Spätestens in einer Woche, nach dem möglichen dritten Aufeiandertreffen am 30. Mai, wird man definitiv eine Antwort darauf haben. Der erste Akt in der Best-of-three-Finalserie in der Handball-Liga Austria 2014/15 wird heute um 20.20 Uhr in der Sporthalle am See in Hard angepfiffen.

Weder die gastgebenden Roten Teufel vom Bodensee noch das Team aus der Landeshauptstadt wollen dabei die Favoritenrolle für sich beanspruchen. Das berühmte Momentum hat auf jeden Fall der heutige Hausherr auf seiner Seite. Nach Rang eins im Grunddurchgang und der Pole Position nach dem Play-off-Durchgang stellte die Equipe von Coach Markus Burger in der K.-o.-Phase ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Im Viertelfinale wurde Leoben (41:28/h, 30:25) ebenso wie in der Vorschlussrunde 2014-Vizemeister Margareten (28:25/h, 27:26/a) in der kürzestmöglichen Zeit abgefertigt.

Herausforderer Bregenz bekundete in der Ausscheidungsrunde wesentlich mehr Mühe. Sowohl gegen Schwaz (28:27/h, 28:29/a und 27:24/h) als auch gegen West Wien (35:34/h, 23:28/a und 29:24/h) musste man über die volle Distanz gehen, ehe sich der Rekordmeister (9 Titel) nach vier Saisonen Unterbrechung wieder freuen durfte. Doch sowohl Hard-Coach Markus Burger als auch sein Gegenüber Robert Hedin messen dem bisherigen Saisonverlauf wenig Bedeutung bei. Für beide Trainer steht fest: „Die Uhren sind jetzt wieder auf null gestellt, und alles, was davor war, hat nur statistischen Charakter.“

Es gilt, ein Zeichen zu setzen

Sowohl Burger als auch Hedin bezeichnen das erste Duell als Schlüsselspiel: „Zu Beginn der Saison sind wir durch die vielen Verletzungen etwas holprig in die Gänge gekommen. Doch wir haben uns kontinuierlich gesteigert und mit Fortdauer der Saison immer weiter an Sicherheit gewonnen. Allerdings haben wir unser maximales Leistungsvermögen bislang noch nicht so oft ausgespielt, wie ich es mir gewünscht hätte. Auf jeden Fall müssen wir bereits sein, in der Finalserie an unsere Leistungsgrenze zu gehen“, betont Burger.

Die Tatsache, dass der Meister alle bisherigen vier Saisonduelle gegen Bregenz verloren hat, hat für den 50-jährigen Chefteufel nur eine untergeordnete Bedeutung. „Ich habe meine Spieler bei den Gesprächen in dieser Woche mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Bilanz auf einen Schlag wertlos wird, wenn wir im letzten Derby der Saison das Parkett als Sieger verlassen und über den Meistertitel jubeln können. Wir müssen die Geschehnisse der vier vorangegangen Duelle ausblenden und unseren Fokus voll und ganz auf die kommenden K.-o.-Duelle lenken“, betont Burger kämpferisch.

Hedin sieht den Schlüssel zu seinem ersten Titel als Bregenz-Coach darin, „einfach ein bisschen cleverer und abgebrühter zu agieren“ als der Gegner. Personell sieht der Schwede sein Team etwas im Nachteil: „Bei Hard sind wieder alle Mann an Bord, und deshalb sind sie meiner Meinung nach leichte Favoriten. Doch wir sind alles andere als nur ein Außenseiter. Wenn wir in den heißen Phasen die richtigen Entscheidungen in Angriff und Abwehr treffen, wird es schwer werden, uns zu bezwingen. Ich erwartete packende Duelle, bei denen wenige Nuancen am Ende über Sieg und Niederlage entscheiden werden.“

Im heutigen ersten Finale schanzt der schwedische Trainerfuchs zumindet auf dem Papier den Hardern die Favoritenrolle zu: „Sie sind Meister und spielen zu Hause. Folglich haben sie ganz sicher wesentlich mehr Druck als wir, und man wird sehen, wie sie auf dem Parkett damit umgehen.“

Beide Teams sind verdient ins Finale eingezogen, und es gibt kein würdigeres Duell um die HLA-Krone.

Markus Burger

Handball

Handball-Liga Austria der Männer 2014/15 Internet: www.sis-handball.at

Finale (best of three), 1. Spiel

Alpla HC Hard – Bregenz HB heute, 20.20 Uhr

Sporthalle am See, SR noch nicht bekannt gegeben

Modus: Es muss immer ein Sieger ermittelt werden. Sollte die Partien nach der regulären Spielzeit remis stehen, gibt es ein Verlängerung (2×5 Minuten), sollte es dann immer noch remis stehen, folgt eine zweite Verlängerung (2×5 Minuten). Bei Gleichstand folgt ein Siebenmeterwerfen (zunächst je fünf Schützen pro Verein), anschließend wird im K.-o.-Modus bis zur Entscheidung fortgesetzt.

Die bisherigen Saisonduelle

19. September 2014: Bregenz HB – Alpla HC Hard 29:26 (17:11)

26. November 2014: Alpla HC Hard – Bregenz HB 27:28 (15:13)

14. Februar 2015: Bregenz HB – Alpla HC Hard 33:29 (18:17)

21. März 2015: Alpla HC Hard – Bregenz HB 27:32 (14:17)

2. Spiel

Bregenz HB – Alpla HC Hard Dienstag, 20.20 Uhr

Handballarena Rieden, SR noch nicht bekannt gegeben

3. Spiel (falls nötig)

Alpla HC Hard – Bregenz HB Samstag, 30. 5., 20.20 Uhr

Sporthalle am See, SR noch nicht bekannt gegeben