„Der Wettbewerb wäre mir heute zu künstlich“

Spezial / 22.05.2015 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
1996 erreichte George Nussbaumer beim Song Contest in Oslo den zehnten Platz.  Foto: ORF
1996 erreichte George Nussbaumer beim Song Contest in Oslo den zehnten Platz. Foto: ORF

„Der Song Contest ist kein Sprungbrett“, sagt Vorarlbergs bislang einziger ESC-Teilnehmer.

Schwarzach. (VN-tag) Vorarlbergs Vorzeige-Musiker George Nussbaumer erlangte mit seiner Teilnahme am 41. Eurovision Song Contest im Jahr 1996 in Norwegen internationale Berühmtheit. Mit dem Song „Weil’s dr guat got“ sicherte er sich den zehnten Platz. Im VN-Interview spricht er über seine diesjährigen Favoriten und darüber, wie sich der Gesangswettbewerb in den letzten Jahren verändert hat.

Haben Sie einen Favoriten? Vielleicht sogar Österreich?

Nussbaumer: Ich bin ein Fan von Australien. Der Sänger hat eine saugute Stimme. Ich denke, er hat sehr gute Chancen auf den Sieg. Auch „The Makemakes“ finde ich sehr talentiert. Ich denke aber, dass Österreich wohl kein zweites Mal gewinnen wird. Ich sehe sie im Mittelfeld, auf dem letzten Platz werden sie bestimmt nicht landen.

Glauben Sie, dass der Song Contest ein gutes Sprungbrett für junge Künstler ist?

Nussbaumer: In dieser Hinsicht hat sich einiges verändert. In den letzten Jahren hat es kaum mehr einen Künstler gegeben, der die Hitparaden der Welt gestürmt hat. Früher war der Song Contest bestimmt ein gutes Sprungbrett für eine internationale Karriere. Denn da ging es noch mehr um den Gesang. Heute ist der Eurovision Song Contest eher eine Plattform für spannende Skurrilitäten.

Sie standen vor knapp 20 Jahren selbst auf der ESC-Bühne und haben einen respektablen zehnten Platz belegt. Würden Sie heute nochmals mitmachen?

Nussbaumer: Wenn ich das quasi im Vorbeigehen machen könnte, warum nicht? (lacht) Aber solch ein großer Auftritt benötigt unglaublich viel Vorbereitungszeit. Außerdem wäre mir der Song Contest heute doch etwas zu künstlich. Also wird eine Teilnahme für mich wohl eher nicht mehr infrage kommen.