Ein Pfarrer mit viel Humor

Wetter / 22.05.2015 • 20:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pfarrer Hans Tinkhauser ist für seinen guten Humor bekannt und für seine Spontanität. Er hält Predigten aus dem Kopf. Foto: VN/Steurer
Pfarrer Hans Tinkhauser ist für seinen guten Humor bekannt und für seine Spontanität. Er hält Predigten aus dem Kopf. Foto: VN/Steurer

Die Gottesdienste, die Pfarrer Hans Tinkhauser zelebriert, sind anders.   

Vandans. (VN-kum) Der Heilige Geist wird das zentrale Thema seiner Predigten bei den Pfingstgottesdiensten sein. Hans Tinkhauser, der Pfarrer von Vandans und Gantschier, ist der Meinung, dass wir dem Geist Gottes mehr Raum in unserem Leben geben und unseren Willen öfters hintanstellen sollten. „Dann würde sich vieles von selber zum Guten erfüllen.“ Der Priester hat sich schon Gedanken darüber gemacht, was er zu Pfingsten predigt. „Aber oft kommt es ganz anders, als ich es geplant habe.“ Weder seine Predigten noch seine Gottesdienste verlaufen nach Plan. „Ich lasse dem Heiligen Geist Raum und Platz.“

Trendwende herbeigeführt

Seine Spontanität, gewürzt mit viel Humor, kommt bei seinen Schäfchen gut an. „Bei dir ist die Messe anders“, loben sie ihn. Zu den schönsten Komplimenten, die der Priester je eingeheimst hat, gehört jenes von einem Zweitklässler. „Er sagte zu mir: ,Herr Pfarrer, heut’ haben wir so eine schöne Messe gehabt.‘“

Seine von ihm betreuten Pfarren erfreuen sich zunehmender Kirchenbesuchszahlen. „Wir haben in Vandans und Gantschier eine Trendwende herbeiführen können“, freut sich der Seelsorger. Diese setzte mit seinem Wirken ein.

Tinkhauser ist es wichtig, den Menschen mit Liebe, Humor und Fröhlichkeit zu begegnen. „Dort liegt das Geheimnis.“ Aber der beliebte Geistliche grenzt auch niemanden aus und akzeptiert jeden so, wie er ist. „Die Leute spüren das.“ Außerdem ist er ein Priester, der mit der Zeit geht. „Ich nehme mich der Menschen in der heutigen Lebenssituation an.“ Bei Geschiedenen zum Beispiel findet er Wege, ihren Lebensweg zu segnen. Er hat auch schon Menschen beerdigt, die aus der Kirche ausgetreten sind. „Dadurch habe ich schon viel Schönes erlebt.“ Überhaupt gefällt es ihm, dass er als Seelsorger für Menschen da sein und sie in Freude und Schmerz begleiten kann. Dieser Beruf ist ihm Berufung. Sein früherer Job im Lebensmittelhandel erfüllte ihn nicht. „Damals fehlte mir etwas im Leben. Ich war auf der Suche und hatte immer im Hinterkopf, Priester zu werden.“ Schon als sechsjähriger Bub sagte er zu seinem Lehrer: „Ich möchte einmal Pfarrer werden.“ Mit 33 entschloss er sich spontan, Theologie zu studieren. Spontanität ist bis heute sein ständiger Begleiter – nicht nur im Beruf, sondern auch in der Freizeit. „Wenn ich vier Tage frei habe, kann ich mich ad hoc in den Zug setzen und nach Rom fahren.“ Diese Stadt fasziniert ihn. „Da spürt man die Weltkirche.“ Mittlerweile kennt er Rom wie seine Westentasche. Im August fährt er mit Ministranten dorthin und führt sie durch die Stadt.              

Ich hatte immer im Hinterkopf, Priester zu werden.

Hans Tinkhauser

Zur Person

Hans Tinkhauser

Geboren: 26. Jänner 1965

Wohnort: Bludesch

Ausbildung: kaufmännische Lehre, Theologie-Studium in Innsbruck und Brixen

Hobbys: Schwimmen, Lesen, Musik, Wandern, Reisen, Rom