Geschwindigkeit und Präzision

Vorarlberg / 22.05.2015 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Greber in vorgeschriebener Montur.  Foto: VN/Paulitsch
Greber in vorgeschriebener Montur. Foto: VN/Paulitsch

Benjamin Greber nimmt seinen Urlaub für die Forstarbeit, die ihn weit reisen lässt.

Andelsbuch. (VN-db) Wenn im Wald Motorsägen lärmen und Bäume fallen, denkt der Laie zu Recht an einen der gefährlichsten Arbeitsplätze überhaupt. „Genau aus diesem Aspekt heraus sind die Forstmeisterschaften ins Leben gerufen geworden. Wir wollen die Arbeit sicherer machen“, klärt Benjamin Greber auf. Der 33-Jährige nimmt an der 31. Landesmeisterschaft für Forstarbeiter und Landjugend im Montafon teil. Und das nicht zum ersten Mal.

Früher Weltmeister

Mit 16 Jahren hatte sich der Andelsbucher für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Er reiste nach Schottland und kam mit dem Titel im Gepäck zurück. Seitdem war er bei insgesamt fünf Wettbewerben um einen internationalen Sieg zu erringen. „Die Forstarbeit ist mein Hobby. Ich habe damals durch die Landwirtschaftsschule und Forstlehre Gefallen daran gefunden“, erzählt der Meister für Milchwirtschaft. Fast jede freie Minute verbringe er mit der Motorsäge oder Axt in den Händen. Besonders jetzt, so kurz vor dem Wettbewerb. Am elterlichen Hof hat er sich ein Trainingslager eingerichtet. „Holz zu Übungszwecken muss ich selbst organisieren. Aber schließlich bleibt am Ende immer etwas zum Einheizen übrig“, sagt der Naturbursche und lacht.

Sicherheit ist ein Muss

Ob im Wald oder bei den Meisterschaften. Der Sicherheitsaspekt ist groß. Ohne komplette Montur – zu der Sicherheitsschuhe, Schnittschutzhose, Leuchtjacke, Helm und Handschuhe gehören – dürfe ein Teilnehmer nicht antreten. „Es werden Kräfte frei, die man vorher nicht einschätzen kann. Ich bin bisher glimpflich davon- gekommen. Schlimmeres als Prellungen ist mir bisher nicht passiert“, sagt Greber erleichtert.

In mehreren Disziplinen werden beim Wettbewerb die Arbeiten im Wald simuliert. Es werden Stämme gefällt, entastet oder mit der Axt durchgehackt. „Die Profis schaffen 15 Zentimeter Durchmesser in sechs oder sieben Sekunden“, weiß der einstige Weltmeister. Neben der Geschwindigkeit kommt es auf Präzision an. Damit alle Teilnehmer die gleichen Chancen haben, sei das hölzerne Arbeitsmaterial einheitlich präpariert. Ein Versuch pro Bewerb ist gestattet, und der muss sitzen.

„Ich nehme sogar frei, um meiner Passion nachzugehen. Wenn andere in den Urlaub fahren, gehe ich in den Wald“, gesteht der Vater eines Sohnes. Allerdings hat er durch die Meisterschaften schon einiges von der Welt gesehen. Kroatien, Weißrussland, Schottland. Ein bisschen wie Klassentreffen seien diese Trips.

Die nächste Weltmeisterschaft wird in Polen über die Bühne gehen. Greber hätte sicherlich noch Urlaubstage übrig.

31. Landesmeisterschaft für Forstarbeiter, Sa. 23.Mai 2015, 8.30Uhr, Gantschierstr.39b, Schruns