Promillesünder verwandelte Straße in ein Schlachtfeld

Vorarlberg / 22.05.2015 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach dem Genuss von reichlich Alkohol ließ der Beschuldigte den Autoschlüssel nicht liegen. Der 25-Jährige baute in der Folge mehrere Unfälle.

Nach dem Genuss von reichlich Alkohol ließ der Beschuldigte den Autoschlüssel nicht liegen. Der 25-Jährige baute in der Folge mehrere Unfälle.

Autofahrer hatte bis zum „Blackout“ getrunken, ehe es zur Frontalkollision kam.

Bregenz. Hier fuhr fürwahr der Schutzengel mit: Obwohl er im Vollrausch frontal gegen einen entgegenkommenden Pkw donnerte, verschuldete ein 25-jähriger Lenker „nur“ leichte Verletzungen bei zwei Personen.

Doch der Blechschaden war enorm. Denn es musste ausgerechnet die neue Edelkarosse eines selbstständigen Versicherers sein, den der junge Mann „abschoss“. 30.000 Euro Schaden von einer Sekunde auf die andere. Und das eigene Auto – auch nur noch Schrott.

Dann war da noch ein weiterer Pkw, dessen Außenspiegel bei der Streifkollision aus der Halterung flog. Doch hier war der Schaden gleich null, wie die Lenkerin später als Zeugin am Bezirksgericht Bregenz angibt: „Der Spiegel blieb heil. Ich brauchte ihn danach nur wieder reinzudrücken.“ Und schlussendlich noch eine ältere Fußgängerin auf dem Gehsteig, die sich damals auf der Schwelle zum Jenseits wähnte: „Erst hörte ich einen Krach, dann quietschende Reifen. Und dann sah ich es: das Auto, wie es direkt auf mich zukam!“, schildert sie Richter Christian Röthlin. Glücklicherweise habe sie sich gerade auf Höhe einer Hauseinfahrt befunden. Und damit praktisch in einer Ausweichmulde. „Innerhalb einer Zehntelsekunde sprang ich zur Seite“, sagt sie. „Ich stürzte und zog mir dabei Schürfwunden zu. Aber mein Regenschirm und eine Packung Eier waren dahin.“ Immerhin hätte ihr die Versicherung des Unfallverursachers 880 Euro Schaden bezahlt.

Auch der Hauptgeschädigte, der Versicherer, kam dank der eigenen Branche auf seine Kosten. „Neben dem Totalschaden bin ich auch bezüglich der erlittenen Beckenprellung und des Schleudertraumas entschädigt worden“, bestätigt er als Zeuge. „Eine teure Geschichte ist das für Sie geworden“, spricht der Richter schließlich den Beschuldigten an, der sich voll umfänglich geständig zeigte: „Ich soff bis zum Blackout.“

Warten auf BH-Strafe

Auch wenn der 25-Jährige sämtliche Ansprüche der Geschädigten inzwischen befriedigt hat, wartet immer noch die Verwaltungsstrafe der Bezirkshauptmannschaft auf ihn. Seinen Führerschein ist er bereits für zwölf Monate los. Und strafrechtlich kostet ihn das Malheur weitere 2000 Euro.

Denn dazu wird er jetzt wegen zweifacher fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen verurteilt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es bereits sein zweiter Alkohol­unfall war. Das letzte Wort des Beschuldigten vor der Urteilsverkündung: „Ja, ich habe einen Sch… gebaut, das lässt sich nun mal nicht abstreiten.“