Stärken des anderen sehen und sich ihrer erfreuen

Vorarlberg / 22.05.2015 • 16:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Eine glückliche Beziehung mit großer Wertschätzung füreinander.
Eine glückliche Beziehung mit großer Wertschätzung füreinander.

Egg. Vor fünfzig Jahren, am 23. Mai 1965, schlossen Erika, geb. Meusburger, und Gerhard Gassner in der Kolumbankirche in Bregenz den Bund fürs Leben.

Gerhard Gassner erblickte am 7.5.1939 in Bregenz als viertes Kind von Oberregierungsrat Dr. Josef Gassner und seiner Gattin Gertrud (geb. Hörtnagel) das Licht der Welt. Sein Vater, der aus dem Ersten Weltkrieg schwer kriegsversehrt nach Hause zurückgekehrt war, hatte bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten die Leitung des Landesinvalidenamtes in Bregenz inne. Während der Kriegswirren starb Gerhards fünf Jahre älterer Bruder und im Dezember 1945 auch sein Vater, der seine Gattin mit vier minderjährigen Kindern im Alter von 14, 12, sechs und einem halben Jahr hinterließ. Dies überschattete Gerhards Kindheit. Nach dem Besuch der Pflichtschulen absolvierte er die Lehrerbildungsanstalt in Feldkirch. Sechs Jahre nach seinem Dienstantritt, der ihn an verschiedene Volks- und Sonderschulen im Bregenzerwald führte, fand der junge Lehrer auf einer Tanzveranstaltung am Katharinentag 1964 in Sulzberg seine Frau fürs Leben. Er forderte Erika Meusburger – das „schönste Mädchen im Saal“ – zum Tanz auf und verliebte sich in sie, und da die junge Frau seine Gefühle erwiderte, wurde schon wenige Monate später Hochzeit gehalten. Das glückliche Paar bezog eine gemeinsame Wohnung im Elternhaus der strahlenden 25-jährigen Braut im Weiler Hub in Egg, in der sich auch das Uhrmachergeschäft ihres Vaters Josef Meusburger und seiner Gemahlin Anna, geb. Berkmann, befand. In diesem arbeitete Erika seit 1962 nach dem Abschluss ihrer Schulbildung und der Absolvierung einer kaufmännischen Lehre in Bregenz.

Mutter und Geschäftsfrau

Schon bald wurde der Ehebund mit Kindern gesegnet. 1966 wurden Markus, 1969 Josef und 1973 Magdalena geboren. Obwohl Erika ihre Mutterpflichten sehr ernst nahm und gewissenhaft und liebevoll erfüllte, ging sie – für die damalige Zeit durchaus ungewöhnlich – weiter ihrem Beruf nach und hat als tüchtige Geschäftsfrau im Uhrenfachgeschäft an der Hub und als Marktfahrerin im ganzen Bregenzerwald als „Uhromachers Erika“ große Bekanntheit erlangt. Ihr hervorragendes Verkaufstalent wurde von der Uhrenfirma Raymond Weil mehrfach mit Auslandsreisen in alle Welt gewürdigt. Dieser intensive berufliche Einsatz war möglich, weil Gerhard nach einer zusätzlichen Ausbildung zum Hauptschullehrer 1972 bis zur Pensionierung 1998 in seiner Heimatgemeinde Egg arbeiten und somit seine Gemahlin von einem Teil der Kindererziehung und Haushaltsführung entlasten konnte.

1972 errichtete das Paar ein Eigenheim neben Erikas Elternhaus. Nach der Pensionierung ihres Vaters übernahm Erika 1978 das Geschäft und baute es konsequent aus. Die Betriebsverlagerung 1989 ins Zentrum von Egg erwies sich als zukunftsweisend und stellte sicher, dass ihr Sohn Josef, der die Ausbildung zum Goldschmiedemeister absolvierte, eine gute Basis für seinen Berufseinstieg vorfand. 1996 übergab Erika das hervorragend und exquisit ausgestattete Geschäft an Josef, der es heute in einem neu erworbenen Geschäftslokal in Egger Toplage zusammen mit seiner Frau Elisabeth geb. Kalb erfolgreich weiterführt.

Erikas Liebe zu ihrem Beruf und den schönen Dingen ist ungebrochen. Sie ist weiterhin im Geschäft tätig und unterstützt die jungen Unternehmer mit ihrer großen Fachkenntnis, ihrem exzellenten Gedächtnis sowie mit ihrer speziellen Fähigkeit, die Bedürfnisse und Wünsche von Menschen zu erkennen. Gerhard waltet für seine Frau, seine Kinder und die vier geliebten Enkelinnen als ruhender Pol im Hintergrund.

Erika und Gerhard können auf eine wunderbare und erfolgreiche gemeinsame Zeit zurückblicken. Dass ihre Ehe so glücklich verlaufen ist, führen die beiden darauf zurück, dass sie über die Jahre die Fähigkeit nicht verlernt haben, die Stärken des jeweils anderen zu sehen und sich an ihnen zu erfreuen.

Am 23. Mai schlossen sie den Bund fürs Leben. Fotos: Privat
Am 23. Mai schlossen sie den Bund fürs Leben. Fotos: Privat