Zielgenaue Ausbildung am Bau

Markt / 22.05.2015 • 11:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Aufgaben müssen Herausforderungen, aber bewältigbar sein. Vertrauen schenken ist eine Belohnung.“  W+M
„Aufgaben müssen Herausforderungen, aber bewältigbar sein. Vertrauen schenken ist eine Belohnung.“ W+M

Verständnis und Wertschätzung: Neuer Lehrlingscoach geht auf Berufseinsteiger zu.

Warum sind Sie ein ausgezeichneter Lehrbetrieb?

bolter: Wilhelm+Mayer ist seit Bestehen dieser Auszeichnung Träger dieses Gütesiegels. Die Maßnahmen und das Bemühen um eine stetige Weiterentwicklung dieser zeichnen einen guten Arbeitgeber aus.

Seit über fünfzig Jahren bildet Ihr Betrieb Lehrlinge aus. Sie übernehmen diese Aufgabe erst seit diesem Jahr . . .

bolter: Wir sind ein Lehrlingsteam, das sich die Aufgaben teilt. Dadurch ist sichergestellt, dass jederzeit ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Das Team gibt es so seit etwa zehn Jahren.

Welche Wünsche haben Sie an Ihre Lehrlinge?

bolter: Zum Bau gehört körperliche Fitness und Eignung. Ganz wichtig sind die Einordnung in ein Team, das selbstständige Arbeiten sowie Wille und Einsatzfreude.

Sie sind momentan das einzige Unternehmen, welches den neuen Lehrberuf „Straßenerhaltungsfachmann/frau“ ausbilden darf.

bolter: Wilhelm+Mayer hat aufgrund seiner Spartenvielfalt Erfahrungen in allen Bereichen des Ausbildungsprofils mit Ausnahme der Wetterkomponente, dort werden wir entsprechendes Kow-how zugänglich machen.

Wo liegt der Ausbildungsschwerpunkt?

bolter: Neben der schulischen Ausbildung in der Berufsschule und der praktischen im „MAZ“, dem Maurerausbildungszentrum in Hohenems, ist die Praxis auf den Baustellen mit verschiedenen Anforderungen wie im Brückenbau, Altbausanierung und Wohnbau sinnvoll. Wir haben eine Lehrlingsprojektwoche, eine eigene „Lehrlingsbaustelle“, seit März mit Intensivbetreuung vor Ort auf der Baustelle durch den Lehrlingscoach.

Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

bolter: Enorm wichtig: Ausgebildete Facharbeiter gibt es auf dem Arbeitsmarkt nur selten und meist zum falschen Zeitpunkt. Das Ziel ist es, die Stammmannschaft überwiegend aus eigenen Kräften zu stellen. Die meisten Poliere und Vorarbeiter haben die Lehre schon hier gemacht.

Die Zahl der in das Arbeitsleben eintretenden Menschen schrumpft, während immer mehr Mitarbeiter in Pension gehen. Wie gewinnen Sie den „Kampf um Talente”?

bolter: Wir möchten sie möglichst früh zu uns holen. Das funktioniert über die Auswahl der Lehrlinge und deren Begleitung und Förderung in der Ausbildungszeit. Im technischen Bereich bieten wir HTL-Abgängern, denen wir eine gute Entwicklung zutrauen, einen Einstieg, der sie praxisnahe, mit Hilfe eines Mentors, an die Arbeitswelt heranbringt.

Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrer Rolle?

bolter: Als Lehrlingscoach arbeite ich vor Ort mit Lehrlingen zusammen, kann ihre Stärken fördern und ihre Schwächen unterstützen. In der direkten Zusammenarbeit sind Ursachen für Leistungsschwächen leichter erkennbar. So können wir die Lehrlingsausbildung zielgenau ausrichten.

Die Erwartungshaltung steigt. Talente stellen hohe Ansprüche an den Arbeitgeber . . .

bolter: Solchen Talenten muss man Raum geben, damit sie wachsen können. Ihnen aber auch bewusst machen, dass sie Teil des Teams sind und damit besondere Verantwortung tragen.

Wie gut kennen Sie Ihre jungen Mitarbeiter, um Sie persönlich zu erreichen?

bolter: Mit der Einführung des Lehrlingscoachs haben wir diesbezüglich einen Schritt gemacht, der uns in die unmittelbare Nähe der Lehrlinge bringt, örtlich, aber natürlich auch psychisch.

Zur Person

Lucas Bolter

Ausbildung: Lehre als Maurer + Bauhandwerkerschule

Laufbahn: Lehre als Maurer 1999-2002, Bauhandwerker 2005–2008, 2008 Polier, seit 1. Jänner 2015 Lehrlingsbeauftrager bei Wilhelm+Mayer

Alter: 30 Jahre

Familie: verlobt

Hobbys: Klettern, Wandern, Skifahren, Joggen und Reisen