Andacht für Opfer des Erdbebens in Nepal

Welt / 25.05.2015 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit zahlreichen Kerzen erinnerten die Menschen in Kathmandu an die fast 8700 Toten.  Foto: Reuters
Mit zahlreichen Kerzen erinnerten die Menschen in Kathmandu an die fast 8700 Toten. Foto: Reuters

Überlebende gedenken einen Monat nach der Erdbebenkatastrophe der Toten.

kathmandu. Einen Monat nach dem ersten verheerenden Erdbeben in Nepal haben Überlebende am Montag bei einer Kerzenandacht an die Opfer erinnert. Rund 200 Menschen versammelten sich zum stillen Gedenken in der Hauptstadt Kathmandu. Zuvor hatten bereits ca. 400 Menschen eine Kette um den Ort gebildet, wo der historische Dharahara-Turm stand. Das Wahrzeichen war bei dem Beben am 25. April umgestürzt und hatte mehr als 60 Menschen unter sich begraben.

UN bitten um Unterstützung

Das Erdbeben vom 25. April und ein weiteres am 12. Mai hatten das bitterarme Land am Himalaya verwüstet. Fast 8700 Menschen kamen ums Leben, rund 16.800 wurden verletzt. Die Vereinten Natio­nen baten erneut um Unterstützung für Katastrophenhilfe in den kommenden drei Monaten. 423 Millionen Dollar (384 Millionen Euro) seien nötig, doch nur 22 Prozent des Geldes seien bislang eingegangen, sagte UN-Vertreter Jamie McGoldrick.

Zwar werden derzeit Nahrung, Zelte und Medikamente mit Helikoptern in entlegene Bergdörfer geflogen, die sonst nicht erreichbar wären. Aber auch das Welternährungsprogramm klagt über Mangel. „Wir sind für diese Operation nicht gut ausgestattet, deshalb brauchen wir internationale Spender, die etwas beitragen“, sagte WFP-Vertreter Richard Regan. Die Logistik in Nepal sei vier bis fünf Mal teurer als in anderen Ländern.

In einem Punkt gab es allerdings Entwarnung: Die Gefahr von Überflutungen am Gebirgsfluss Kaligandaki scheint vorerst gebannt. Tausende geflohene Nepalesen kehrten in ihre Häuser zurück. Ein Erdrutsch hatte den Kaligandaki blockiert und über zwei Kilometer aufgestaut. Aus Sorge vor Sturzfluten hatten die Dorfbewohner die Flucht ergriffen. Doch ein Gebirgsstrom spülte in der Nacht Felsen und Trümmer des Erdrutsches fort und sorgte wieder für normale Wasserpegel, wie der örtliche Verwalter Tek Bahadur sagte.