Goldene Palme für Spiegel der Realität

Kultur / 25.05.2015 • 19:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Franzose Jacques Audiard mit den Schauspielern Kalieaswari Srinivasan und Jesuthasan Antonythasan aus Sri Lanka. Foro: EPA
Der Franzose Jacques Audiard mit den Schauspielern Kalieaswari Srinivasan und Jesuthasan Antonythasan aus Sri Lanka. Foro: EPA

Franzose Audiard wurde für sein Flüchtlingsdrama mit dem Hauptpreis des Filmfestivals ausgezeichnet.

Cannes. Manchmal vermischen sich die Bilder aus der Realität mit denen aus dem Kino. So wie beim Drama „Dheepan“ des Franzosen Jacques Audiard. Sein Protagonist flieht vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat nach Frankreich. Doch dann landet er irgendwo am Rand von Paris.

Audiards Bilder von vergessenen Flüchtlingen und brennenden Hochhaussiedlungen erinnern dabei stark an aktuelle Nachrichten und werfen ein Schlaglicht auf drängende gesellschaftliche Missstände – dafür gewann der Regisseur beim Festival Cannes nun auch die Goldene Palme.

Audiards größter Konkurrent war László Nemes. Dem Ungarn gelang mit „Son of Saul“ ein bemerkenswertes Debüt über den Horror im Konzentrationslager Auschwitz. Er erhielt den Großen Preis der Jury. Diese ehrte unter dem Vorsitz der US-Regisseure Ethan und Joel Coen außerdem zwei französische Darsteller: Vincent Lindon als Langzeitarbeitsloser in „La loi
du marché“ und Emmanuelle Bercot, die in „Mon roi“ eine Ehehölle durchleidet. Als beste Schauspielerin wurde neben Bercot auch die US-Amerikanerin Rooney Mara in „Carol“ ausgezeichnet.