Party in Altach! Fußballdorf will nun Europa erobern

Sport / 25.05.2015 • 20:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Anspielpunkt in der Cashpoint Arena musste nach dem Spiel als Souvenir herhalten. Fotos: gepa
Der Anspielpunkt in der Cashpoint Arena musste nach dem Spiel als Souvenir herhalten. Fotos: gepa

Nach Europa-League-Qualifikation: Ein „No Name“ feiert kleines Fußball-Märchen.

Altach. 39 Punkte in 18 Heimspielen, im Schnitt sind das 2,16. Das letzte Heimspiel der Saison gegen Grödig lockte nicht nur fast 6200 Fans in die Cashpoint Arena, die Canadi-Elf untermauerte auch noch einmal eindrucksvoll, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt. „Ich bin extrem stolz auf diese Spieler und dankbar, ein Teil dieser Geschichte zu sein“, ließ auch Coach Damir Canadi nach dem 2:0-Sieg einen Blick in seine Gefühlswelt zu. In nur zweieinhalb Saisonen hat es der 45-jährige Wiener geschafft, den „schlafenden Riesen“ zu erwecken und von der Erste Liga nach Europa zu führen. „Altach in der Europa League, das ist mehr wert als der Meistertitel für Salzburg oder die Vizemeisterschaft für Rapid“, jubelte auch Torjäger Hannes Aigner. Der 34-Jährige hatte sich gegen Grödig noch einmal „zerrissen“ und das „letzte eine Prozent“ aus seinem Körper herausgekitzelt. Nach dem Schlusspfiff übermannte ihn für einen Moment die Erschöpfung und er ließ sich auf den „heiligen“ Rasen sacken – und genoss den Moment. Wenig später strömten die Fans auf den Rasen, um ein Stück des „Heiligtums“ zu ergattern. Denn ab heute ist die Cashpoint Arena eine Baustelle.

Bodul-Treffer öffnete Tor

Davor aber bekamen die Zuschauer noch einmal eine rassige BL-Partie zu sehen, in der die Gäste aus Salzburg den besseren Start erwischten und durch Philipp Huspek und Stefan Nutz auch immer wieder für Gefahr sorgten. Doch Alt-achs Hintermannschaft ließ sich am vorletzten Spieltag nicht übertölpeln und blieb zum 13. Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer. Ein Kopfball von Darko Bodul ins Außennetz (12.) sollte dann aber auch chancenmäßig den Umschwung im Spiel einleiten. Der 26-jährige Stürmer war es schließlich auch, der das Tor nach Europa aufstieß. 648 Minuten war Bodul einem Treffer im Altacher Dress nachgelaufen, nach einem abgefangenen Schuss von Felix Roth klappte es für ihn dann aus kurzer Distanz – mit einem knallharten Schuss aus halbrechter Position (55.). „Ich bin einfach nur dankbar“, freute er sich. Der Rest war zum Genießen, für Fans und Spieler. So wie der zweite Treffer, als der Ball über sechs Stationen lief und mit dem ersten Bundesliga-Treffer (59.) von Benedikt Zech (24) endete. Mit diesem Doppelschlag schlugen die Altacher ein weiteres Kapitel im heimischen Fußball auf, Fortsetzung soll folgen.

Ausgelassen feierten die Altacher Kicker erst vor der Fantribüne die EL-Qualifikation mit einem Pogo-Tanz, danach ging die Feier in den Kabinenräumlichkeiten weiter. Foto: gepa
Ausgelassen feierten die Altacher Kicker erst vor der Fantribüne die EL-Qualifikation mit einem Pogo-Tanz, danach ging die Feier in den Kabinenräumlichkeiten weiter. Foto: gepa
Zwei von acht Ländle-Kickern im SCRA-Kader: Jäger (l.) und Zech.
Zwei von acht Ländle-Kickern im SCRA-Kader: Jäger (l.) und Zech.
Grenzenlos war der Jubel um Torschütze Darko Bodul.
Grenzenlos war der Jubel um Torschütze Darko Bodul.
Eine Dusche für Hannes Aigner, verabreicht von Boris Prokopic.
Eine Dusche für Hannes Aigner, verabreicht von Boris Prokopic.
Johannes Engl (l.) mit Damir Canadi.gepa
Johannes Engl (l.) mit Damir Canadi.
gepa

Fußball – tipico Bundesliga 2014/15

35. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SV Grödig 2:0 (0:0)

Cashpoint Arena, 6183 Zuschauer, SR Kollegger (St)

Torfolge: 55. 1:0 Bodul, 59. 2:0 Zech

Gelbe Karten: 5. Martschinko (Grödig), 19. Prokopic, 40. Schreiner (beide Altach), 69. Strobl (Grödig), 82. Ortiz (Altach/alle Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-4-2): Lukse/2; Lienhart/2, Ortiz/3, Zwischenbrugger/3, Zech/2; Ngwat-Mahop/3 (75. Patrick Salomon/0), Prokopic/2 (85. Jäger/2), Roth/2, Schreiner/3; Aigner/2, Bodul/2 (65. Seeger/3)

SV Grödig (4-2-3-1): Strasser/3; Martschinko/3, Karner/3, Maak/3, Strobl/3; Brauer/3, Völkl/4 (78. Djuric/0); Huspek/2 (63. Schütz/3), Nutz/2 (68. Emmanuel/3), Venuto/3; Tomi/3

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt