Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Teil drei der Lernphase

Sport / 25.05.2015 • 20:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als Abstiegskandidat gehandelt, nun ein Fixplatz in der Qualifikation zur Europa League. Die Helden des Cashpoint SCR Altach schrieben Fußball-Geschichte. Für alle Unkundigen zeigt nun ein großer Pfeil auf die Stelle in Europa, von der aus ein kleines Dorf am Rhein international renommierte Vereine ärgern will.

In Österreich wird das „kleine Altach“ schon längst nicht mehr belächelt. Der Erfolg der Mannschaft rückt auch die Spieler in den Mittelpunkt – und macht sie interessant, selbst bei Teamchef Marcel Koller. Im Blickfeld scheinen besonders Philipp Netzer (29) und Andreas Lienhart (29). Für Sportdirektor Georg Zellhofer liegt der Erfolg im besonderen Mannschaftsgefüge, was für ihn wiederum ein Verdienst des Trainerteams ist. Europäisch zu spielen, ist für ihn eine „Zugabe“, die „Brötchen verdienen wir in der Liga“. Als Ex-Pasching-Trainer weiß er, was auf Spieler und Verein zukommen kann, nämlich lange Reisen. Pasching etwa spielte erst in Georgien, dann in Kasachstan. „Da war Tiflis nur eine Zwischenlandung.“

Für das Image des Klubs ist die Qualifikation unbezahlbar, auch wenn der Auszug aus der nicht europafitten Cashpoint Arena schmerzt. Umso wichtiger ist die Investition in eine zukunftsweisende Infrastruktur und in die Weiterentwicklung der Mannschaft. Nach der Mission Aufstieg und „Eroberung“ der Bundesliga folgt mit der Etablierung im österreichischen Oberhaus Teil drei der Lernphase, zumal ganz nebenbei auch Europa wartet. Ein nächster Entwicklungsschritt, bei dem Mannschaft und Trainerteam weiter wachsen können. Das könnte etwa schon für die „Akte Bodul“ gelten. Zwar wurde die Option nicht gezogen, doch irgendwie scheint der Stürmer zu Altach zu passen.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211