Von James Bond bis Formel 1

Markt / 25.05.2015 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spektakulär ist die fliegende Säge. Das ungewöhnliche Arbeitsgerät wurde auch schon in einem James-Bond-Streifen eingesetzt. Wucher  

Spektakulär ist die fliegende Säge. Das ungewöhnliche Arbeitsgerät wurde auch schon in einem James-Bond-Streifen eingesetzt. Wucher  

Wucher Helicopter hat sich erfolgreich neue Geschäftsfelder gesucht. Umsatz bei 9,5 Millionen Euro.

Thüringerberg. (tmh) Im Jahr 1975 hat der legendäre Ludescher Baumeister und Visionär Hans Wucher (1929 bis 1995) den ersten Helikopter angeschafft, um damit Bauarbeiten im Hochgebirge zu erleichtern.
40 Jahre später ist der Las­tentransport im Gebirge noch immer das Kerngeschäft der Wucher Helicopter GmbH; und es läuft gut, wie Thomas Türtscher bestätigt: „Wandern ist in, und auf den Alpenvereinshütten wird viel für Erneuerungen, Erweiterungen und den Umweltschutz investiert.“ Der 48-jährige Türtscher ist schon seit 1987 im Unternehmen tätig, war unter anderem Einsatzleiter, Verkaufschef und Betriebsleiter und ist seit dem 1. Mai des Vorjahrs Geschäftsführer.

Weil sich das Bauen im Hochgebirge, auch für den Lawinenschutz, Hotelbauten und Skilifte, auf die warme Jahreszeit beschränkt, hat Wucher Helicopter schon früh andere Geschäftsfelder eröffnet.

Luxus-Heliskiing im Kaukasus

Im Winter ist man mit gut 2500 Rettungsflügen pro Jahr gut ausgelastet, dazu kommen noch einige Heliflüge für betuchte Skifahrer. Nachdem in unseren Alpen ziemlich rigorose Flugbeschränkungen gelten, werden seit 2013 Heliskiing-Urlaubswochen in Georgien angeboten: 80 Gäste nahmen dieses exlusive Angebot im Vorjahr an und waren bereit, dafür jeweils 7000 Euro zu berappen.

Wucher Helicopter hat inzwischen elf eigene Maschinen im Einsatz, beschäftigt 50 Mitarbeiter, davon zehn als Piloten. Hervorragende Arbeit wird auch in der Werkstatt geleistet. Im Hangar in Thüringerberg und auf dem Wucher-Stützpunkt in Zell am See werden nicht nur die eigenen Maschinen gewartet, sondern auch fremde Helikopter regelmäßig den strengen Sicherheitsnormen entsprechend serviciert. Zu den Kunden zählt man das österreichische Innenministerium, die deutsche Rettungsflugwacht und viele private Hubschrauberbesitzer. Die Kompetenz der Servicemechaniker wird auch für das Geschäftsfeld Helikopterhandel genutzt: Man kauft ältere Fluggeräte an, richtet sie im eigenen Haus perfekt her und verkauft sie gewinnbringend weiter.

Geheimsache James Bond

Für unzählige Fernsehberichte und hohe Bekanntheit sorgen die Wucher Helikopter, wenn sie mit der fliegenden Säge ausgerüstet für die zeit- und kostensparende Ausastung von Hochspannungsleitungen im Einsatz sind. Das spektakuläre Arbeitsgerät wurde ja auch schon in einem James-Bond-Streifen eingesetzt. Auch für „Spectre“, den neuesten James Bond, wurde Wucher angeheuert. Näheres dazu darf aber vor der Premiere im Herbst nicht verraten werden.

Mit viel Prestige verbunden ist natürlich auch der Wucher-Einsatz beim Formel-1-­Rennen in Spielberg: Ringbesitzer Dietrich Mateschitz hat das Ländle-Unternehmen mit der Gesamtabwicklung des Hubschrauberverkehrs am Rennwochenende betraut. „Dieses Vertrauen freut uns sehr“, betont Türtscher.

Wandern ist in. Auf Alpenvereinshütten wird viel investiert.

Thomas Türtscher

Fakten

Wucher Helicopter GmbH

» gegründet 1975
» 50 Mitarbeiter, davon zehn Piloten
» Umsatz 2014: 9,5 Millionen Euro
» Hauptsitz in Thüringerberg

» 11 Helikopter im Einsatz

» Stützpunkte in Zürs, St. Anton, Innsbruck, Zell am See
» Geschäftsführer Thomas Türtscher

» eigener Instandhaltungsbetrieb

» 2500 Rettungsflüge pro Jahr