Wien feierte imposantes Song-Contest-Spektakel

Menschen / 25.05.2015 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Måns Zelmerlöw hat den Songcontest nach Schweden geholt. Foto: EPA
Måns Zelmerlöw hat den Songcontest nach Schweden geholt. Foto: EPA

Etwa 100 Millionen Menschen verfolgten den ESC am Fernseher. Österreich stellte Negativrekord auf.

Wien. Der Sieger des Eurovision Song Contest (ESC), Måns Zelmerlöw, kann sich in seiner Heimat Schweden über viel Jubel freuen. Seine Heimatgemeinde Lund plant für den 28-Jährigen, der am Sonntag bereits nach Stockholm flog, am Montagabend einen großen Empfang. Zelmerlöw hatte in der Nacht zum Sonntag den 60. ESC in Wien mit dem Titel „Heroes“ vor Russland und Italien gewonnen. Es ist bereits das sechste Mal, dass Schweden den ersten Platz beim größten Popmusikwettbewerb Europas belegt.

100 Millionen sahen zu

Wien feierte eine Megashow vor schätzungsweise 100 Millionen Menschen am Bildschirm. Zur Eröffnung schwebte unter anderem die Vorjahressiegerin Conchita Wurst, von Seilen gehalten, über das Publikum. Die vom ORF organisierte ESC-Woche hat insgesamt rund 25 Millionen Euro gekostet.

Buchmacher hatten Schweden schon als sicheren Sieger ausgemacht, der rührende Auftritt der Russin Polina Gagarina („A Million Voices“) hatte dann aber zeitweise Zweifel daran geweckt. In der Abstimmung lieferten sich Russland und Schweden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schließlich zog der Skandinavier noch souverän vorbei.

Österreich auf letztem Platz

Mit der punktelosen Niederlage der Makemakes hat Österreich einen Negativrekord aufgestellt: Es kann mit bis dato vier Mal 0 Punkten in der 60-jährigen Geschichte des Wettbewerbs Platz 1 der Nullnummern für sich verbuchen. Zudem hat noch nie ein Gastgeberland keinen einzigen Punkt im Bewerb erhalten. Die Makemakes nahmen es mit Humor: „We are the ZEROES of our time“, hieß es nach ihrem Abschneiden in Anspielung auf den schwedischen Sieger-Song auf ihrem Facebook-Account. Auch Deutschlands Teilnehmerin Ann Sophie landete mit „Black Smoke“ auf einem der hintersten Plätze. Sie erhielt ebenfalls null Punkte. In Frankreich löste das enttäuschende Abschneiden von Lisa Angell, die mit ihrem Chanson „N’oubliez pas“ an den Ersten Weltkrieg erinnerte, grundsätzliche Kritik am ESC aus. Die Kandidatin selbst erlebte ihren 25. Platz als „Ungerechtigkeit“. Die Unterhaltungschefin des Fernsehsenders France 2, Nathalie André, sprach von einer „Maskerade“. Man müsse sich die Frage stellen, ob Frankreich im nächsten Jahr wieder teilnehme.