Zum Gedenken

Vorarlberg / 25.05.2015 • 18:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Josef Amann

Dornbirn. Josef Amann, „Seppl“, wurde als zweites von acht Kindern von Irma und Alois Amann am 1. 1. 1930 geboren. Seine Heimat war Badhof 1. Er besuchte die Volksschule Kehlegg und die Hauptschule Markt. Anschließend begann er die Lehre als Weber bei der Firma Hämmerle und arbeitete sich mit Fleiß und Liebe bis zum Webermeister hoch. Da er ein offener und interessierter Mann war, führte er ein abwechslungsreiches Berufsleben. So arbeitete er unter anderem als Fuhrunternehmer und ca. zehn Jahre als Bademeister bei der Stadt Dornbirn. Auf der Alpenvereinshütte Hochälpele bewirtete er bis 1990 mit Leib und Seele viele Wanderer und Skifahrer.

Seine erste Frau Mathilde Kaufmann, die er schon in frühen Jahren kennenlernte, heiratete er 1953. 1956 und 1958 wurden seine Töchter Sonja und Helga geboren. Er war ihnen ein liebevoller Vater. Neben seiner Schichtarbeit als Weber baute er ohne maschinelle Hilfe das Haus Kehlegg 46. Die Ferienhütte in Stöcken, die er 1963 mit seinen eigenen Händen erbaute, erinnert auch heute noch an schöne Ferien und Ausflüge im Firstgebiet. Seinen Enkeln und Urenkeln war er ein lustiger und umsorgender Großvater und Urgroßvater, und immer, wenn man ihn brauchte, stand er seinen Töchtern tatkräftig zur Seite.

Hochälpelehütte

1974 wurde er von seiner ersten Frau geschieden und heiratete 1975 Rosl. Sie unterstützte ihn in all seinen Belangen, besonders auch auf der Hochälpelehütte. Mit ihr schuf er sich ein Heim auf der Rickatschwende. Seine Verbundenheit zum Dorf Kehlegg zeigte er stets in großem Engagement, so war er Obmann der neu gegründeten Wassergenossenschaft Kehlegg, Mitbegründer der Fasnachtzunft Kehlegg und langjähriger Obmann. Viele Jahre war er auch Obmann des Jahrgangs 1930. Seine Hobbys waren das Wandern, Ziehharmonikaspielen und Malen. Mit viel Disziplin und Freude entstanden bis kurz vor seinem Tod immer wieder neue Bilder.

Als er aufgrund seiner Krankheit sein Haus nicht mehr verlassen konnte, freute er sich über jeden Besuch, besonders wenn sein Bruder Franz und sein Freund Bernhard kamen. Am 23. April ist Seppl seiner schweren Krankheit erlegen und wird auf seinen Wunsch hin auf dem Bergfriedhof Kehlegg seine letzte Ruhestätte haben.

Josef König

Lustenau. Josef König, Volksschuldirektor i. R., erreichte das hohe Alter von mehr als 100 Jahren und bewahrte sich bis zu seinem Tod einen wachen Geist, Optimismus und einen guten Humor. Er hatte bis zuletzt Freude an guter Hausmannskost, genoss die Sonnenstrahlen und war immer zu einem Spaß aufgelegt.

Am 22. September 1914 in Lustenau geboren, verlor er schon mit neun Jahren seinen Vater. Da auch seine beiden Geschwister früh gestorben waren, wuchs er als Einzelkind, wohlbehütet von seiner Mama Ida und seinen Tanten, auf. Als ausgezeichneter Schüler besuchte er nach der Pflichtschule die LBA (Lehrerbildungsanstalt) bei den Schulbrüdern in Feldkirch und war als junger Lehrer an verschiedenen kleinen Schulen im Einsatz. 1939 wurde Josef König zur FLAK einberufen. Über Rumänien kam er 1942 in den Raum Kertsch, und bei den Rückzugskämpfen über die Krim nach Sewastopol geriet er 1944 in russische Gefangenschaft. Nach dreieinhalb Jahren konnte er, einen Tag vor seinem 33. Geburtstag, in die Heimat zurückkehren.

1951 heiratete Josef König die Witwe Mia Heinzle, geb. Hämmerle, die Sohn Roland mit in die Ehe brachte. Drei Töchter, Dagmar, Elfi und Beate, gingen aus ihrer Ehe hervor. Ein schwerer Schicksalsschlag für das Ehepaar war der Verlust ihrer ältesten Tochter, die als Zweijährige bei einem Autounfall ums Leben kam. Neben seiner Familie galt die Liebe des Lehrers, der viele Jahre an der Volksschule Rheindorf unterrichtete und bis zu seiner Pensionierung in den letzten Jahren als Direktor tätig war, den Schulkindern. In seiner Freizeit hielt er sich am liebsten in der Natur auf – der Garten, die Bäume und die Berge waren sein Hobby.

Seit dem Tod seiner Gattin vor vier Jahren wurde Direktor Josef König liebevoll von seiner Tochter Elfi und deren Mann Hans, mit dem er sich unzählige Stunden unterhielt, umsorgt.

Er war dankbar für die Fürsorge und dass er seinen Lebensabend in der gewohnten Umgebung beschließen konnte.