14-jähriger Dschihadist in St. Pölten verurteilt

Welt / 26.05.2015 • 23:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schüler, der in wenigen Tagen 15 wird, hatte sich schuldig bekannt und geständig gezeigt. Foto: Reuters
Der Schüler, der in wenigen Tagen 15 wird, hatte sich schuldig bekannt und geständig gezeigt. Foto: Reuters

Der Teenager habe sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen wollen.

st. pölten. Ein 14-Jähriger ist am Dienstag am Landesgericht St. Pölten wegen des Verbrechens der terroristischen Vereinigung und der Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat schuldig gesprochen und zu teilbedingter Haft verurteilt worden. Er erhielt zwei Jahre Freiheitsstrafe, davon acht Monate unbedingt. Die Verteidigung verzichtete auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft nahm drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Das Gericht sah es nach vierstündiger Verhandlung als erwiesen an, dass der geständige Jugendliche im Herbst 2014 Kontakt zu IS-Verbindungsleuten in Wien aufgenommen hatte und sich dem Kampf der Terroristen in Syrien anschließen wollte. Vor seiner Abreise habe er einen Anschlag begehen wollen und sich dazu im Internet Anleitungen zum Bau einer Bombe gesucht. Ein mögliches Ziel sei der Wiener Westbahnhof gewesen.

Die Pläne wurden schließlich durch eine Anzeige der Sonderschule, die der Jugendliche besuchte, vereitelt. Bei einer Befragung durch den Verfassungsschutz hatte er sein Vorhaben zugegeben. Der Verteidiger des 14-Jährigen sagte, sein Mandant habe erkannt, dass er einer Propagandamaschinerie erlegen sei.

16-Jährige freigesprochen

Ebenfalls am Dienstag ist ein 16-jähriges Mädchen, dem vorgeworfen wurde, sich am Islamischen Staat beteiligt zu haben, am Wiener Straflandesgericht im Zweifel freigesprochen worden. Die 16-Jährige habe zwar teilweise „grenzwertig“ agiert, „aber wir sind der Meinung, dass wir durchaus die Kirche im Dorf lassen sollten“, fasste der Vorsitzende des Schöffensenats die Ergebnisse der Hauptverhandlung zusammen. Es gebe keine Beweise, dass das Mädchen eine wissentliche Förderung der Ziele des Islamischen Staates betrieben habe. Dasselbe galt für einen mitangeklagten 18-Jährigen, der ebenfalls im Zweifel freigesprochen worden ist.