Bregenzer Seestadt

Leserbriefe / 26.05.2015 • 19:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Projekt Seestadt ist für eine Kleinstadt wie Bregenz drei bis vier Nummern zu groß. Die kolportierte Gesamtbausumme von 200 Millionen Euro ist ein starker Hinweis darauf, dass wirtschaftliche Interessen dominieren, nicht das Gemeinwohl. Ein derartiges Großprojekt mag in Städten wie München oder Wien vertretbar sein, nicht aber für Bregenz.Eine ganz andere Perspektive hätte sich eröffnet, wenn im Streckenabschnitt zwischen Bahnhof und Seegalerie die Straße und die Bahn tiefer gelegt worden wären, um Stadt und See direkt zu verbinden. Bei diesen schwindelerregenden Bausummen dürfte für die Projektbetreiber auch die Aufbringung weiterer Geldmittel kein Hindernis sein. Nur eine zukunftsweisende Verkehrslösung hätte dem Projekt Seestadt seine Rechtfertigung gegeben.

Als absurd einzustufen ist, wenn ein Unterländer Stararchitekt über die Medien die Errichtung zweier Gebäudetürme im Seestadtareal propagiert, die dann als Wahrzeichen dienen würden. Was anfangs wie ein Scherz klang, wird nunmehr realisiert. Auch hier zeigt sich, dass nicht die politisch Verantwortlichen das Geschehen bestimmt haben, sondern Personen und Interessengruppen des Bau- und Immobilienbereiches, die durch die jetzige Form der Projektrealisierung in jeder Hinsicht profitieren.Es wäre nicht nur notwendig gewesen, die Bevölkerung objektiv zu informieren, sondern mittels einer verbindlichen Volksbefragung abstimmen zu lassen. In einer Demokratie müsste eine solche Vorgehensweise selbstverständlich sein.

dr. karl heinz lauda,
mehrerauerstrasse 74,

bregenz