Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Emser ,,Jewkbox“ in Bayern

Kultur / 26.05.2015 • 18:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer etwas über Grammophone und Phonographen oder die Ureinwohner Amerikas wissen will, wer erkunden möchte, wie viel Unsinn etwa Karl May verbreitet hat, der kennt in Vorarlberg vor allem eine Adresse, nämlich jene des Frastanzers Reinhard Häfele. Der Pädagoge ist nicht nur Sammler aus Leidenschaft, sondern auch mit sehr viel Verstand.

Von professionellen Ausstellern hochgeschätzt, landeten einige seiner Stücke auch in großen Häusern. So kam das Vorarlberg Museum beispielsweise zu Teilen aus dem Nachlass der aus Feldkirch stammenden Tänzerin Therese Zauser, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

 

Als Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, ein großes Projekt über die Geschichte der Schallplatte vorbereitete, die maßgeblich von jüdischen Musikern und Erfindern geschrieben wurde, konnte Häfele dienlich sein. Ein Grammophon von Emil Berliner – ein sehr spezielles – zierte die Schau und lockt nun das Publikum ins zentral gelegene Jüdische Museum in München. Dort ist das „Jukebox-Jewkbox“-Projekt nämlich gelandet und dort erweist es sich – wie am Wochenende festzustellen – als magnetisch. Mit Grüßen aus Hohenems und Frastanz. Die Bayern beschäftigen sich zurzeit ohnehin intensiv mit der Aufarbeitung der Geschichte. Im neuen NS-Dokumentationszentrum war fast kein Durchkommen.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225