Erste Flüchtlingsleichen exhumiert

Politik / 26.05.2015 • 23:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Polizei in Malaysia exhumierte am Dienstag die ersten Leichen aus den Massengräbern.  FOTO: REUTERS
Die Polizei in Malaysia exhumierte am Dienstag die ersten Leichen aus den Massengräbern. FOTO: REUTERS

Schlepper hielten Opfer oft in Lagern fest, um Lösegeld zu erpressen.

Kuala Lumpur. In Malaysia haben Forensiker die ersten Leichen aus Massengräbern geborgen, in denen vermutlich Flüchtlinge verscharrt wurden: Die Polizei machte sich am Dienstag daran, die kürzlich entdeckten knapp 140 Gräber an der Grenze zu Thailand auszuheben.

In der Nähe der Gräber befinden sich auch 30 Lager, die von Schlepperbanden eingerichtet wurden. Die Fundorte liegen auf der Route durch den Dschungel im Grenzland zwischen Malaysia und Thailand, auf der Flüchtlinge vor allem aus Myanmar (Burma) und Bangladesch unterwegs sind. Einige der Lager waren offenbar erst vor zwei oder drei Wochen überstürzt verlassen worden, nachdem Thailand eine Offensive gegen Menschenschmuggler eingeleitet hatte.

Bei den Flüchtlingen aus Myanmar handelt es sich hauptsächlich um Rohingya, eine muslimische Minderheit, die in ihrer Heimat diskriminiert und verfolgt wird. In der Vergangenheit haben die Schlepper häufig die Menschen in abgelegenen Lagern so lange festgehalten, bis für sie ein Lösegeld entrichtet wurde. Seit Thailand massiv gegen Schlepperbanden vorgeht, haben diese Tausende Flüchtlinge in Booten auf offenem Meer in Südostasien ihrem Schicksal überlassen. Keines der umliegenden Länder wollte sie ins Land lassen, Malaysia und Indonesien erklärten sich schließlich dazu bereit. Thailand lehnte eine Aufnahme dagegen ab.

Krisengespräche zwischen den drei Staaten sollen diese Woche eine Lösung des Problems bringen.