Gruselklassiker kehrt zurück

Kultur / 26.05.2015 • 18:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Horrorklassiker „Poltergeist“ von 1982 kehrt nun auf die Leinwand zurück.  Foto: AP
Der Horrorklassiker „Poltergeist“ von 1982 kehrt nun auf die Leinwand zurück. Foto: AP

Im „Poltergeist“-Remake stößt eine Familie auf unerklärliche Erscheinungen.

Horrorfilm. Neues Heim, neues Glück: Dieses Versprechen wird im Horrorfilm US-amerikanischer Provenienz des Öfteren und mit großer Leidenschaft zunichtegemacht. So auch in der Neuauflage eines legendären Horrorfilms aus dem Jahr 1982: „Poltergeist“ unter der Regie von Tobe Hooper und der Ägide von Steven Spielberg, damals sowohl am Drehbuch als auch an der Produktion beteiligt. Auch am jetzt anlaufenden Remake hat ein sehr renommierter Filmemacher mitgewirkt: Produzent Sam Raimi, bekannt unter anderem für seinen Standards setzenden Gruselschocker „Tanz der Teufel“.

Verfluchtes Haus

Die Bowens haben es schwer. Der Vater ohne Job, die Mutter kommt vor lauter Erziehungsarbeit nicht recht dazu, den geplanten Roman endlich auch zu schreiben. Also geht’s in ein neues, zwar in einer wenig ansprechenden Gegend gelegenes, dafür aber günstigeres Haus. Während die Eltern sich mit der neuen Umgebung anzufreunden suchen, fremdeln die Kinder in zunehmendem Maße: Kendra, die Älteste, ist besorgt wegen der riesigen, fast schon im Garten des Domizils stehenden Strommasten. Sohn Griffin blickt in einer der ersten Szenen ahnungsvoll mit verängstigtem Gesicht auf einen sich drohend im Wind wiegenden Baum.

Vor allem aber das Verhalten von Madison, der Jüngsten, gibt Rätsel auf: Nachts wandert das entzückende Mädchen mit den großen blauen Augen durchs Haus. Griffin ertappt seine Schwester dabei, wie sie mit dem Fernseher spricht. In einer stürmischen Nacht wird die Kleine schließlich von dunklen Mächten entführt.

Galgenhumor und Sarkasmus

Auch in diesem Horrorstreifen gibt es suggestive Kamerafahrten, Angst einflößende Spielzeugfiguren, sich verselbstständigendes Mobiliar. Auch, dass die parapsychologischen Experten, die von den Bowens in ihrer Verzweiflung zu Hilfe gerufen werden, etwas überzeichnet sind, kennt man von anderen Gruselstreifen.

„Poltergeist“ hat aber auch einige hübsche, weniger zu erwartende Momente: Da ist das Eichhörnchen, das in einer völlig überdrehten, gleichsam slapstickartigen Szene für Aufruhr sorgt im Hause Bowen, da ist die vom Sohn gesteuerte Spielzeug-Drohne, die im letzten Drittel des Films zur Hauptdarstellerin avanciert, da ist schließlich der nie versagende, von Sam Rockwell wunderbar gespielte Galgenhumor und Sarkasmus des Vaters. Überzeugend auch die Leistungen des restlichen Cast – das eindringliche Spiel des jungen Kyle Catlett, Rosemarie DeWitts fürsorgliche Mutter, das hintergründige Agieren des aus der Kultserie „Mad Men“ bekannten Briten Jared Harris. Positiv auffallend an dieser Neuinszenierung ist auch, dass Regisseur Kenan die Ängste seiner Protagonisten nicht nur ausstellt, sondern auch ernst zu nehmen scheint: die Angst der Eltern vor dem Verlust eines Kindes, die Angst aber auch der Familie vor dem sozialen Abstieg. Urängste mithin, die in manch gelungenem Horrorwerk eine wichtige Rolle spielen.

Filmdetails

» Regie: Gil Kenan

» Hauptdarsteller: Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Jane Adams, Jared Harris

» läuft ab 28. Mai im Kino