„Songcontest kostet ORF weniger als geplant“

Menschen / 26.05.2015 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richard Grasl sieht Generaldirektor Alexander Wrabetz als Dirigenten eines Orchesters mit 2500 Musikern. Foto: Apa
Richard Grasl sieht Generaldirektor Alexander Wrabetz als Dirigenten eines Orchesters mit 2500 Musikern. Foto: Apa

ORF- Finanzdirektor Richard Grasl bewertet den geschlagenen ESC auch finanziell positiv.

wien. Die Ausrichtung des Eurovision Song Contests durch den ORF wird allgemein als Erfolg gewertet. Nach dem Finale Samstagnacht wartet Finanzdirektor Richard Grasl im APA-Gespräch nun mit einer weiteren guten Nachricht auf: Das Budget sei nicht nur gehalten, sondern dürfte sogar unterschritten werden.

Der ESC als Großevent ist mit dem Finale Samstagnacht geschlagen. Können Sie schon etwas über das endgültige Budget sagen?

grasl: Aus heutiger Sicht sieht es so aus, dass wir das Budget von 15 Millionen Euro sogar unterschreiten können, wenn man sämtliche finanzielle Faktoren, die den ORF betroffen haben, zusammenzählt. Der Song-Contest wird den ORF weniger kosten als geplant.

Gleichzeitig musste man die Sicherheitskosten allerdings höher ansetzen. Wieso konnte der Kostenrahmen jetzt sogar übererfüllt werden?

grasl: Die Ausgaben für die Sicherheit lagen tatsächlich höher, waren aber unabdingbar notwendig. Wir hatten allerdings auch höhere Einnahmen, insbesondere im Kartenverkauf, aber auch bei den Werbeblöcken. Die waren derart stark nachgefragt, dass wir im Vergleich zu einem normalen Fernsehprogramm im Mai deutliche Mehreinnahmen hatten. Dadurch liegen wir insgesamt netto für den ORF besser als geplant.

Wie hoch waren die Einnahmen durch den Kartenverkauf respektive wie viel teurer konnte man die Werbezeiten absetzen?

grasl: Wir werden beim Ticketverkauf knapp vier Millionen Euro erlösen, etwas zwischen 3,8 und 3,9 Millionen, um genau zu sein. Und bei den Werbeblöcken rechne ich damit, dass wir knapp eine Million Euro mehr einnehmen, als in dieser Zeit normalerweise üblich.

Bis wann rechnen Sie denn mit der offiziellen Endabrechnung für die Großveranstaltung?

grasl: Die momentanen Zahlen sind natürlich ein vorläufiges Ergebnis, da die endgültige Abrechnung erst noch erfolgt. Derzeit kommen noch Rechnungen herein, und der Abbau in der Stadthalle läuft noch. Aus jetziger Sicht traue ich mir aber die Prognose zu, dass der ESC den ORF weniger gekostet hat. Wir haben übernächste Woche den Stiftungsrat als Aufsichtsgremium, und da glauben wir, dass wir schon eine endgültige Abrechnung präsentieren können.

Wer in der ORF-Geschäftsführung profitiert nun vom ESC: Fernsehdirektorin Kathrin Zechner oder Generaldirektor Alexander Wrabetz?

Grasl: Es war ein sehr erfolgreiches Ereignis, das als Event, als Show und nun auch finanziell sehr gut geklappt hat. Das ist für die ORF-Geschäftsführung und das gesamte Haus ein sehr großer Erfolg. Da spielt ein Orchester mit 2500 Musikern, und der Dirigent ist Alexander Wrabetz, der die wichtigen strategischen Entscheidungen getroffen hat. Es hat einen Dirigenten und viele erste Geigen gegeben.