„Aufsicht war damals noch eine andere“

Politik / 27.05.2015 • 22:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Hochrangige Vertreter der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) traten am Mittwoch als Auskunftspersonen vor den Hypo-Untersuchungsausschuss in Wien. OeNB-Vizegouverneur Andreas Ittner verteidigte dabei die Vorgehensweise der Nationalbank und sieht keine Schuld bei der Bankenaufsicht. Die damals „engen Rechtsnormen“ habe die OeNB bei der Hypo Alpe Adria „maximal ausgereizt“, sagte Ittner. Die „Not-distressed“-Beurteilung durch die Nationalbank Ende 2008 war für ihn die „bestmögliche Charakterisierung“. Ittner verneinte im U-Ausschuss zudem eine politische Einflussnahme auf die OeNB: „Ich habe persönlich keine Intervention bekommen.“

Außerdem befragt wurde Helmut Ettl, Ex-Abteilungsleiter der OeNB, heute im Vorstand der Finanzmarktaufsicht. Er erklärte, die Aufsicht sei vor 2007 schwach entwickelt gewesen. Die Banken waren in Wachstumseuphorie und es ging mehr um Deregulierung als um Kontrolle, sagte Ettl. Die Hypo Alpe Adria habe sich bis 2006, als Swapverluste bekannt wurden, in diesem Umfeld ähnlich entwickelt wie andere in Osteuropa tätige Banken.